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Facebook belässt sexualisierte Kinderfotos und meldet Finder an Behörden

Bei einer Recherche auf Facebook hat die BBC Dutzende sexualisierte Kinderfotos gefunden und an den Betreiber des Netzwerks gemeldet. Facebook beanstandete aber nur wenige und meldete später stattdessen den Reporter an die Behörden.

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Facebook

Facebook hat Dutzende Fotos von Kindern in sexualisierten Posen trotz Hinweisen der BBC nicht von der eigenen Plattform gelöscht, die britische Sendeanstalt dann aber den Behörden gemeldet. Das geht aus einem aktuellen Bericht hervor, mit dem die BBC an eine Recherche aus dem Jahr 2015 anknüpft. Damals hatte die BBC berichtet, dass Pädophile in geheimen Facebook-Gruppen mutmaßlich kinderpornographische Bilder tauschen.

Laut BBC hat Facebook seither nur einen Bruchteil der gemeldeten Inhalte entfernt, obwohl alle den Nutzerrichtlinien widersprachen. Eine Stellungnahme gegenüber der BBC habe Facebook nur gegen Übermittlung einiger der auf Facebook gefundenen rechtswidrigen Inhalte abgeben wollen. Als der BBC-Reporter die geforderten Beispiele übermittelte, habe Facebook ihn dem zuständigen Child Exploitation & Online Protection Centre gemeldet und das Interview abgesagt.

Bilder letztlich doch noch gelöscht

Bei der BBC mutmaßt man nun, dass Facebook die Fehler bei der Inhaltsüberprüfung nicht diskutieren wollte. Immerhin habe man nicht nur Dutzende rechtswidrige Bilder gefunden, sondern auch immer noch Facebook-Gruppen mit eindeutigen Namen, in denen Bilder von Kindern ausgetauscht würden. Unter einem von Facebook nicht beanstandeten Bild habe sogar direkt die Bitte gestanden, Kinderpornographie zu teilen. Ob die Behörden Ermittlungen gegen den Journalisten aufgenommen haben, erfuhr die BBC nicht. Immerhin seien inzwischen zumindest alle ursprünglich gemeldeten Inhalte von Facebook gelöscht worden. (mho)

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