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Facebook bevorzugt Lokalnachrichten im Newsfeed

Facebook bevorzugt ab sofort lokale Nachrichtenquellen in seinem Newsfeed – vorerst nur in den USA, doch eine Ausweitung auf andere Länder ist geplant. Die Änderung ist Teil eines großen Kurswechsels bei Facebook.

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Es soll mehr Lokalnachrichten im Newsfeed geben, kündigte Facebook-Chef Zuckerberg an.

(Bild: dpa, Kay Nietfeld)

Als Facebook ankündigte, die Gewichtung der Geschichten in den Newsfeeds zu ändern, bangten viele Betreiber von öffentlichen Facebook-Seiten: Deren Inhalte sollten nämlich seltener in den Streams auftauchen. Vorrang haben künftig die Inhalte von Freunden, Verwandten und Bekannten der einzelnen Nutzer.

Es gibt also mehr Urlaubsbilder zu sehen und weniger öffentliche Inhalte von Unternehmen, Marken und Medienseiten. Nun hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einem Eintrag angekündigt, dass Nachrichten aus lokalen Quellen im Newsfeed höher platziert werden sollen.

"Ab heute werden wir mehr Geschichten aus Nachrichtenquellen aus eurer Stadt zeigen", schreibt Zuckerberg. Folgt ein Nutzer der Facebook-Seite einer Lokalzeitung, erscheinen deren Geschichten möglicherweise weiter oben im Stream. Teilt ein Facebook-Freund eine lokale Story, steigt ebenfalls die Wahrscheinlichkeit, dass sie im Stream auftaucht. Der Algorithmus wertet allerdings noch viele andere Signale aus, um den Newsfeed-Mix zu bestimmen.

Zunächst gilt die neue Bevorzugung nur in den USA. Die Ausweitung auf weitere Länder soll im Laufe dieses Jahres erfolgen. Die Nutzer haben jederzeit die Möglichkeit, gewünschte Inhalte manuell zu priorisieren. In den Optionen lassen sich bis zu 30 Seiten und Personen bestimmen, die der Sortieralgorithmus bevorzugen soll.

Mit den jüngsten Änderungen will Zuckerberg dafür sorgen, dass Facebook das Wohlbefinden der Nutzer und der Gesellschaft bessert. Außerdem werden Fake-News-Seiten weiter geschwächt. Der Stream soll den Nutzern mehr Qualität und vertrauenswürdige News liefern. Facebook argumentiert, dass die Nutzer besonders an lokalen Nachrichten interessiert seien, zudem gebe es einen positiven Zusammenhang zwischen dem Konsum von Lokalnachrichten und dem zivilen Engagement.

Wer also liest, dass die Tafel um die Ecke dringend Helfer sucht, wird selbst aktiv. Auf diese Weise will Facebook auch gegen die Spaltung der Gesellschaft vorgehen – vor allem in den USA. Anstatt hitzige Diskussionen zu überregionalen Streitthemen zu führen, sei es sinnvoll sich auf "konkrete lokale Probleme" zu fokussieren, erklärt Zuckerberg in seinen Ausführungen. Er freue sich, bald weitere Neuerungen zu verkünden. (dbe)

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