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Facebook blockiert verdächtige Accounts vor US-Kongresswahl

Facebook reagiert am Vorabend der US-Kongresswahlen auf Hinweise möglicher Wahlbeeinflussung durch ausländische Mächte auf Facebook und Instagram.

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Facebook

Facebook hat im Kampf gegen Fehlinformationen eine Reihe von Accounts gelöscht.

Facebook hat kurz vor der US-Kongresswahl in den USA Dutzende verdächtige Konten gesperrt, um einer möglichen Einmischung in die Abstimmung vorzubeugen. Die bisher entdeckten 30 Facebook- und 85 Instagram-Konten sollen ausländischer Herkunft sein, schrieb Facebook am Montagabend. Demnach hatten US-Sicherheitsbehörden das US-Unternehmen am Sonntag kontaktiert und auf verdächtiges Verhalten auf den Accounts aufmerksam gemacht.

Die gesperrten Konten werden jetzt tiefergehend untersucht, wie der für Cybersicherheit bei Facebook zuständige Nathaniel Gleicher weiter mitteilte. Die meisten Facebook-Seiten, die mit diesen Accounts verbunden sind, seien augenscheinlich in französischer oder russischer Sprache gehalten gewesen. Die Instagram-Konten indes seien in englischer Sprache gewesen und hätten entweder Celebrities oder politische Debatten zum Thema gehabt, so Facebook weiter.

"Normalerweise würden wir unsere Analyse vertiefen, bevor wir etwas öffentlich mitteilen", schrieb Facebook weiter. "Doch da wir nur einen Tag von den wichtigen Wahlen in den USA entfernt sind, wollten wir die Menschen über unseren Schritt und die Gründe dafür informieren."

Facebook will weitere Informationen über mögliche Urheber liefern, sobald neue Erkenntnisse vorliegen. Facebook spricht in diesem Zusammenhang von der russischen Internet Research Agency (IRA). Die Trollfabrik steht im Verdacht, im Auftrag des russischen Geheimdienstes und der russischen Regierung Meinungsmache in sozialen Medien zu betreiben. Facebook schließt aber auch andere ausländische Mächte als Urheber nicht aus.

In den USA steht nach wie vor der Verdacht im Raum, Russland habe sich bei der Präsidentenwahl 2016 zugunsten von Donald Trump eingemischt. Die Ermittlungen dauern an, um zu klären, ob Trumps Wahlkampfteam geheime Absprachen mit Russland traf.

Am Dienstag finden die Midterm Elections – die Wahlen zur Halbzeit von Trumps Amtszeit – statt. Für Trumps Republikaner geht es darum, ihre Mehrheit in beiden Kammern des US-Kongresses – Repräsentantenhaus und Senat – gegenüber den Demokraten zu verteidigen.

[Update v. 07.11.2018, 11.20 Uhr]: Wie Reuters mitteilte, hatte Facebook bereits am Montag weitere Konten gesperrt. Dabei handele es sich um Instagram-Accounts. Die Konten stammen dem Bericht nach von einer Liste, die eine der IRA nahestehende Website veröffentlicht haben soll. "Wir haben die meisten dieser Konten gestern und jetzt den Rest gesperrt", sagte Gleicher. Wie viele Konten zusätzlich blockiert wurden, verriet er nicht. (olb)

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