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Facebook erfasst Nutzerverhalten weitreichender als bisher bekannt

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Das US-amerikanische Online-Sozialnetz Facebook hat laut Medienberichten bestätigt, dass durch die Nutzerbeobachtungstechnik "Beacon" die Internetnutzung von Facebook-Mitgliedern weiträumiger erfasst wird als vorher bekannt. Ihr Verhalten werde auf Facebook-Partnerseiten beobachtet und auch, wenn sie sich aus dem Sozialnetz abgemeldet haben – selbst wenn sie die Opt-out-Funktion genutzt haben, nach der ihre Aktivitäten nicht Facebook-Freunden gemeldet werden soll. Facebook hat laut den Berichten beteuert, die anfallenden Daten nicht zu verwenden. Eine Untersuchung von Computer Associates hatte die Funktion ans Tageslicht gebracht.

Mit der Beacon-Technik werden die Aktivitäten der Facebook-Nutzer auf rund 40 Partner-Webseiten wie Blockbuster und Fandango erfasst. Wenn ein Facebook-Mitglied es nicht explizit ausgeschlossen hat, können als Freunde anerkannte andere Mitglieder des Sozialnetzes beispielsweise Einkaufsaktivitäten mitverfolgen. Wegen dieser Technik regten sich massive Nutzerproteste, auf die die Community-Betreiber bereits reagiert haben. Wie es möglich ist, dass die Technik auch funktioniert, wenn sich ein Mitglied aus Facebook ausgeloggt hat, wurde nicht bekannt.

Mit der im November gestarteten zielgruppenspezifischen Werbung versucht Facebook, aus seinen mehreren zehnmillionen Nutzern Kapital zu schlagen. Allerdings stieß das Bestreben bei Datenschützern und Bürgerrechtlern, die ohnehin durch ausgeweitete Aktivitäten von AOL, Yahoo und Google in Habachtstellung sind, schnell auf Bedenken. Auch sollen sich Werbepartner wie Coca-Cola skeptisch gezeigt haben und einen Ausstieg erwägen. Einen Investor aus Hongkong schert das anscheinend nicht: Li Ka-shing, laut Forbes der neuntreichste Mensch, erwirbt für 60 Millionen US-Dollar einen Anteil an der Sozialplattform. (anw)

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