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Facebook erlaubt weiterhin diskriminierende Wohnungsangebote

Trotz starker Kritik und dem Versprechen der Firma, solche Angebote in Zukunft zu sperren, entdeckte die Non-Profit-Organisation ProPublica erneut, dass auf Facebook Anzeigen geschaltet werden können, die bestimmte Bevölkerungsgruppen ausschließen.

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Facebook

(Bild: dpa, Arno Burgi)

Es hat sich nichts geändert: Facebook kündigte zwar im Februar ein Update an, das die Veröffentlichung von diskriminierenden und nicht-inklusiven Werbeanzeigen durch neue Sicherheitsmechanismen erschweren soll, in der Praxis ist dies aber nach wie vor möglich. Die New Yorker Non-Profit-Organisation ProPublica stellte dies in einer erneuten Untersuchung fest. Sie waren bereits bei der ersten Aufdeckung solcher Praktiken federführend.

ProPublica kaufte demnach in der vergangenen Woche dutzende Wohnungsanzeigen bei Facebook. Bestimmte Benutzer des Netzwerks sollten diese Anzeigen allerdings nicht angezeigt bekommen: Afroamerikaner, Mütter von High-School-Schülern, Juden, Menschen die an Rollstuhlrampen interessiert sind, oder Auswanderer aus Argentinien. Bei diesen Personengruppen handelt es sich laut ProPublica um Gruppen, die durch den Fair Housing Act in den USA geschützt sind – Wohnungsangebote, die eine solche Gruppe diskriminieren, sind illegal. Die von ProPublica erstellten Anzeigen hätten jedoch in kürzester Zeit eine Genehmigung erhalten und seien veröffentlicht worden.

Lediglich eine von ProPublica geschaltete Anzeige brauchte demnach etwas länger. Aber nach 22 Minuten war auch diese Anzeige genehmigt, obwohl sie potenziellen Mietern nicht angezeigt werden soll, die "am Islam, am sunnitischen Islam, und am schiitischen Islam" interessiert sind.

In einer Stellungsnahme gegnüber ProPublica per E-Mail drückte Ami Vora, Vice President des Product Management bei Facebook, ihr Bedauern aus. "Aufgrund eines technischen Fehlers," so Vora, "haben die von ProPublica gekauften Anzeigen die neuen Review- und Zertifizierungsprozesse nicht ausgelöst." Die Sicherheitsvorkehrungen hätten allerdings bereits Millionen von Anzeigen entsprechend identifiziert und die Kombination aus menschlichen Prüfern und maschinellen Lernsystemen hätte sich stetig verbessert. (bbo)

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