Menü

Facebook f8: Konversations-Kommerz mit dem Messenger

Facebook bohrt seinen Messenger zur Anwendungsplattform auf. Insbesondere Online-Händler sollen darauf einen besseren Zugang zu ihren Kunden finden.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 40 Beiträge

"Wir laden immer weniger Apps herunter", so der für die Messaging-Produkte zuständige Manager David Marcus bei seiner Keynote der Entwicklerkonferenz f8. Auch Push-Benachrichtigungen sind immer unbeliebter – schlechte Nachrichten für Unternehmen, die Kunden an sich binden wollen.

Marcus hat einen Gegenvorschlag. Am Beispiel eines Online-Shops mit kuratierten Sneaker-Empfehlungen präsentiert er, wie Shopping im Messenger funktioniert: Er erhält immer sofort auf sich zugeschnittene Empfehlungen, weil der Bot ihn immer wiedererkennt – und der Bot reagiert immer sofort, anders als zum Beispiel die Telefon-Hotline. Die Konversation bleibt immer im Fluss, auch wenn der Kunde mal nicht sofort reagiert – der Software-Bot ist geduldig. Er präsentiert die ausgesuchten Produkte in einem Karussell sehr ansprechend.

Verkaufen im Messenger: Die neuen Funktionen eröffnen einen ganz neuen Zugang zum Kunden.

Ab heute kann jedes Unternehmen solche Bots bauen. Im Rahmen der f8 schaltet Facebook die Betaversion der Messenger Platform frei. Diese enthält alles, was Entwickler benötigen, um Bots zu bauen. Mit einem einfachen Send API können sich die Entwickler dabei selbst um die Kundenansprache kümmern. Alternativ können sie aber auch Facebooks Assistent M die Konversationen abwickeln lassen. Dazu lassen sie ihn von typischen Dialogen mit Kunden lernen.

Auch um die Kunden auf die neue Plattform zu bewegen, stellt Facebook die passenden Werkzeuge bereit. So gibt es ein Tool, mit denen Unternehmen die Telefonnummern ihrer Kundendatenbanken mit der Messenger-Plattform abgleichen können, um sie in Zukunft per Messenger und nicht mehr per SMS ansprechen zu können. Auch Plug-ins für die Homepage oder Mails, sowie passende Werbeformate für Facebook selbst stehen bereit.

Messenger-Nutzer sollen durch einen neuen Bereich im Messenger auf Bots aufmerksam gemacht werden. David Marcus betonte, dass das Thema Sicherheit bei der Entwicklung der Plattform sehr wichtig gewesen sei. So soll es für Benutzer sehr einfach sein, Spam zu blockieren.

Auf Facebooks Entwicklerseiten kann man sich einen ersten Überblick über die Messenger Platform verschaffen.

Lesen Sie dazu bei c't:

(jo)