Facebook gibt Einblick und Kontrolle über geteilte Daten von Fremddiensten

Mit "Aktivitäten außerhalb von Facebook" bringt das soziale Netzwerk eine Funktion zur Kontrolle der Datenweitergabe durch Dritte an den Start.

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(Bild: Michael Vi/Shutterstock.com)

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Facebook veröffentlicht eine neue Funktion zur Kontrolle der Datenweitergabe. Mit "Aktivitäten außerhalb von Facebook" lassen sich Informationen, die andere Diensten teilen, einsehen und bearbeiten. Die Option ist ab sofort verfügbar. Gleichzeitig kündigt Facebook an, einen Aufruf zu starten, das neu gestaltete Check-Up-Tool zu benutzen.

Unter dem Punkt "Deine Facebook-Informationen" lässt sich jetzt eine Aktivitäten-Zusammenfassung einsehen, in der aufgelistet ist, welche Apps und Webseiten welche Informationen an Facebook weiterleiten. Die Übersicht enthält sowohl die Anzahl der Übertragungen als auch das letzte Datum, an dem eine App Informationen an Facebook gereicht hat. Dazu zählt schon alleine das Öffnen einer App. Neben der Anzeige der Fremddienste gibt es die Option, den Zugang zu löschen. Außerdem lassen sich die Informationen vom Konto trennen. Sie sollen dann nicht mehr mit dem Nutzer verknüpft sein. Sobald sich Facebook mit einem Drittanbieter verbindet, macht das soziale Netzwerk darauf künftig aufmerksam.

"Off-Facebook-Aktivitäten stehen für einen neuen Level an Transparenz und Kontrolle", schreibt Mark Zuckerberg in einem Blogbeitrag. Die Arbeit daran habe lange gedauert, da Teile des Systems umgestellt werden mussten.

Zuckerberg hat die Funktion am Internationalen Datenschutztag veröffentlicht. Innerhalb der nächsten Wochen sollen zudem etwa zwei Milliarden Menschen eine Benachrichtigung im Newsfeed bekommen, generell ihre Privatsphäreeinstellungen anzuschauen. Sie werden dann direkt zu den Einstellungen geleitet und durch diese geführt.

Nutzer können dort auswählen, wer welche Informationen über sie einsehen kann – das bezieht sich auf Freunde und andere Mitglieder. In einem weiteren Schritt bekommen sie Tipps zur Sicherheit ihrer Konten, etwa ob sie ein neues Passwort erstellen sollten. Zudem fordert das Check-Up-Tool dazu auf, zu entscheiden, wer einem Freundschaftsanfragen schicken kann.

Facebooks Umgang mit den Daten der Nutzer stand schon oft in der Kritik, nicht nur wegen des Cambridge-Analytica-Skandals. Vergangenes Jahr kam heraus, dass Entwickler Zugang zu Daten von Mitgliedern aus Facebook-Gruppen hatten, obwohl dies bereits seit April 2018 nicht mehr möglich sein sollte. Im Dezember tauchten offenbar gestohlene Daten von 267 Millionen Nutzern in einer ungesicherten Datenbank auf. Mark Zuckerberg betont immer wieder, wie wichtig ihm der Datenschutz sei, gleichzeitig heißt es aber auch in der Ankündigung zum neuen Aktivitäten-Tool, dass nur wegen der auf Zielgruppen abgestimmten Werbung Dienste, wie etwa auch Facebook, im Internet kostenlos angeboten werden könnten.

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(emw)