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Facebook informiert über Organspende-Bereitschaft

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Facebook-Nutzer können jetzt auch in Deutschland ihre Bereitschaft zur Organspende in ihrem Profil beim weltgrößten Online-Netzwerk anzeigen. Unterstützt wird Facebook dabei unter anderem vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier, der auf seiner Seite auf die neue Funktion hinwies. In den USA hatte Facebook die Möglichkeit zur Anzeige der Organspende-Bereitschaft schon im Mai eingeführt. Weiterer Partner in Deutschland ist die Stiftung "Fürs Leben".

"Ich weiß, was für ein großer Schritt es ist, sich für Organspende zu entscheiden. Umso wichtiger ist es, dass man sich bewusst damit auseinandersetzt und sich umfassend informiert. Deshalb hilft es, wenn die Organspende auch in einem sozialen Netzwerk wie Facebook zum Thema wird. Die Menschen können sich dort austauschen und gegenseitig unterstützen", sagte Steinmeier. Der SPD-Politiker hatte vor zwei Jahren seiner erkrankten Frau Elke Büdenbender eine Niere gespendet.

Zum heutigen 1. November wurde bisherige "erweiterte Zustimmungslösung" durch die "Entscheidungslösung" ersetzt. Die Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen werden verpflichtet, ihre Versicherten regelmäßig über die Möglichkeit der Organspende zu informieren und zu befragen – und zwar gemeinsam mit der Versendung der elektronischen Gesundheitskarte beziehungsweise zusammen mit der Beitragsmitteilung innerhalb des ersten Jahres nach Inkrafttreten des Gesetzes.

In Deutschland stehen derzeit über 12.000 Patienten auf der Organspende-Warteliste. Rund 1000 von ihnen sterben jedes Jahr, weil es nicht genügend Spender gibt. Das Bundesgesundheitsministerium erläutert, obwohl in Umfragen grundsätzlich drei Viertel aller Bürger einer Organspende positiv gegenüberstehen, haben nur 25 Prozent tatsächlich einen Organspendeausweis. Das Ministerium geht davon aus, dass gut informierte Menschen der Organspende eher positiv gegenüberstehen und auch eher einen Organspendeausweis ausfüllen. (mit Material der dpa) / (anw)