Facebook kauft GIF-Plattform Giphy

Der Social-Media-Konzern übernimmt die GIF-Plattform Giphy für 400 Millionen Dollar. Aus der US-Politik kommen Vorbehalte dagegen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 64 Beiträge

Facebook will die Giphy-Bibliothek in seine App Instagram übernehmen.

(Bild: Wachiwit/Shutterstock.com)

Von

Facebook übernimmt den populären Anbieter animierter Bilder Giphy. Die Plattform für kurze Clips soll Facebooks Fotodienst Instagram zugeordnet werden, wie das Online-Netzwerk am Freitag mitteilte. Einen Kaufpreis nannte Facebook nicht. Nach Informationen der Website Axios, die zuerst über das Vorhaben berichtete, wurde Giphy bei dem Deal mit 400 Millionen US-Dollar bewertet. Das wäre ein Rückschritt im Vergleich zur Bewertung von 600 Millionen Dollar aus der vergangenen Finanzierungsrunde.

heise online daily Newsletter

Keine News verpassen! Mit unserem täglichen Newsletter erhalten Sie jeden Morgen alle Nachrichten von heise online der vergangenen 24 Stunden.

Die Bilder im GIF-Dateiformat, oft Ausschnitte aus Filmen oder TV-Sendungen, werden im Netz zum Beispiel genutzt, um Emotionen auszudrücken oder einen Kommentar abzugeben. Facebook nutzt die Giphy-API schon länger in seinen Apps, neben Instagram verwenden auch die Facebook-App, der Facebook Messenger und WhatsApp die Schnittstelle. Rund die Hälfte der Zugriffe auf Giphy sei bereits aus Facebook-Apps erfolgt, davon wiederum zur Hälfte von Instagram aus, betonte das Online-Netzwerk.

Die Schnittstellen für andere Apps und Entwickler sollen nach der Übernahme erhalten bleiben, versicherte Facebook. Auch sollen Benutzer wie gehabt GIFs hochladen können. Unternehmen wie Twitter, Pinterest und Slack nutzen ebenfalls die Giphy-API, um die GIFs in ihre Anwendungen zu integrieren. Facebook wolle nach der Übernahme gemeinsam mit Partnern ausloten, wie sich die Technik weiterentwickeln lässt.

Der Griff nach Giphy kommt nach monatelangen Debatten darüber, ob Wettbewerbshüter bei früheren Übernahmen durch Facebook und andere Technologie-Riesen hätten restriktiver sein müssen. Als Beispiele werden oft der Kauf von Instagram für eine Milliarde Dollar 2012 und von WhatsApp für 22 Milliarden Dollar im Jahr 2014 genannt.

Lesen Sie auch

Wie The Verge berichtet, meldeten drei US-Senatoren kurz nach Bekanntwerden der Übernahme Bedenken wegen möglicher Wettbewerbsverzerrung an. Der republikanische Senator Josh Hawley sagte etwa, Facebook wolle mit dem Schritt "an noch mehr Daten von uns herankommen". Solange es gegen Facebook wie gegen andere große Unternehmen kartellrechtliche Untersuchungen gebe, solle der Konzern keine Übernahmen tätigen dürfen, sage Hawley dem Magazin. Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren ließ mitteilen, mit der Übernahme wolle das Unternehmen seine Kontrolle über die Online-Kommunikation vergrößern; dabei habe es bei Facebook in der Vergangenheit Verletzungen der Privatsphäre seiner Nutzer gegeben.

(mit Material der dpa) / (tiw)