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Facebook kennzeichnet "Fake News"

Facebook hat damit begonnen, erste Artikel als "umstrittene Nachricht" zu kennzeichnen. Das soll Nutzer vor "Fake News" schützen. Doch die Überprüfung durch unabhängige Fakten-Checker kann Tage dauern.

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Facebook

(Bild: dpa, Tobias Hase/Symbolbild)

Facebook hat offenbar damit begonnen, unglaubwürdige Artikel als "disputed News", also als "umstrittene Nachrichten" zu kennzeichnen. Unter den Postings erscheint ein roter Button mit Ausrufezeichen samt Hinweis: "Disputed by ...".

Auf einer Hilfeseite erklärt Facebook, wie es "Disputed News" bewertet und kennzeichnet.

Facebook warnt auf diese Weise vor einem Artikel über Donald Trumps Android-Telefon, das angeblich Quelle diverser Leaks aus dem Weißen Haus sei. Im Auftrag von Facebook haben unabhängige Fakten-Checker die Story überprüft; Snopes.com und PolitiFacts hielten den Artikel für unglaubwürdig.

Die Überprüfung passiert, wenn Nutzer ein Posting melden. Facebook setzt zusätzlich Software ein, um unglaubwürdige Artikel zu finden. Mindestens zwei der beauftragten Fakten-Checker müssen eine Geschichte als "umstritten" einstufen, damit Facebook das "Disputed"-Label setzt. Dieser Prozess kann unter Umständen einige Tage in Anspruch nehmen – viel Zeit in der hektischen Social-Media-Welt. Im Falle von Trumps Leak-Telefon hätte die Überprüfung sehr viel schneller gehen können: Der Artikel ist auf einer Satire-Website erschienen, wie Recode süffisant feststellte.

Das Online-Magazin Recode, das neben Gizmodo die Kennzeichnung entdeckt hatten, kritisierte außerdem die Beschriftung der Warnung. "Disputed" klinge nach einer Bartresen-Diskussion und nicht nach: "Diese Story ist komplett erfunden". Facebook hatte im Februar angekündigt, "Fake News" per Algorithmus abzuwerten. Irreführende Inhalte sollten so aus den Feeds verbannt werden. (dbe)

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