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Facebook legt Datenabgleich mit WhatsApp auf Eis

Die Weitergabe der Daten europäischer Whatsapp-Nutzer an den Mutterkonzern wird vorerst ausgesetzt, um den Bedenken der Datenschützer Rechnung zu tragen. Facebook sucht den Dialog.

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Facebook und WhatsApp

(Bild: dpa, Patrick Pleul/Archiv)

Nach der Kritik von europäischen Datenschützern hat Facebook die Weitergabe von Daten europäischer WhatsApp-Nutzer an den Mutterkonzern ausgesetzt. Der vorläufige Stopp solle Behördenvertretern die Möglichkeit geben, ihre Sorgen vorzubringen, und Facebook die Zeit, diese abzuwägen, erklärte das weltgrößte Online-Netzwerk am Mittwoch.

In Deutschland hatte der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar die Datenweitergabe untersagt, wogegen Facebook aber Widerspruch eingelegt hat. Caspar fordert, die Nutzer müssten selbst über die Weitergabe ihrer Daten entscheiden können. Aus Sicht von Facebook ist nicht Caspar zuständig, sondern die irische Datenschutzbehörde am Sitz des europäischen Hauptquartiers. Aber auch die Datenschützer in Irland prüfen die Datenweitergabe.

Auch die britische Datenschutzbeauftragte Elizabeth Denham ist wie ihre Kollegen von der europäischen Artikel-29-Datenschutzgruppe der Ansicht, dass die Nutzer des Messengers mehr oder weniger beiläufig über die geänderten Geschäfts- und Datenschutzbedingungen zum Austausch personenbezogener Informationen mit Facebook aufgeklärt worden seien. Nicht nur die Datenweitergabe an sich sei zweifelhaft, sondern auch die Bestandskraft der erforderlichen Einwilligung der Anwender.

WhatsApp mit rund einer Milliarde Nutzern hatte Ende August angekündigt, künftig die Telefonnummer des Nutzers an Facebook weiterzugegeben. Außerdem sollen mit der Konzernmutter Informationen darüber geteilt werden, wie häufig der Kurzmitteilungsdienst genutzt wird. Dadurch sollten die Werbung und die Freunde-Vorschläge in Facebook-Diensten verbessert werden, hieß es.

WhatsApp-Mitglieder konnten zumindest der Verwendung ihrer Daten für die Personalisierung von Facebook-Werbung und Freunde-Vorschläge widersprechen. Die Telefonnummer werde allerdings in jedem Fall mit Facebook geteilt, wenn man die App weiternutzen wolle, hieß es bisher.

Lesen Sie mehr zur Datenkrake Facebook in c't 24/16 (ab 12. November am Kiosk).

(mit Material der dpa) / (Stefan Krempl) / (vbr)

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