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Facebook lockert Werbeverbot für Kryptowährungen weiter

Auf dem Höhepunkt des Hypes erließ Facebook 2018 ein Werbeverbot für Kryptogeld. Das wird nun entschärft.

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(Bild: dpa, Fabian Sommer)

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Das soziale Netzwerk Facebook schwächt sein 2018 ausgesprochenes Werbeverbot in Bezug auf Kryptowährungen weiter ab. Werbeanzeigen bezüglich "Blockchain-Technologie, Neuigkeiten aus dieser Branche, Weiterbildung oder Veranstaltungen zum Thema Kryptowährung“ sollen künftig keine Vorabgenehmigung mehr benötigen.

Wer aber direkt für Kryptowährungen und damit verbundene Produkte werben will, muss sich nach wie vor dafür bewerben und einen Bewertungsprozess durchlaufen, bei dem etwa behördlich erteilte Lizenzen eine Rolle spielen. Zudem müssen dann die Anzeigen, wenn sie zum Beispiel auf eine Landingpage zum Währungstausch führen, vorab genehmigt werden. Anzeigen für Initial Coin Offerings (ICOs) bleiben nach wie vor verboten, heißt es in der Mitteilung von Facebook. Ebenfalls dürfen auch keine Finanzprodukte wie Differenzkontrakte beworben werden.

Facebook hatte vergangenen Januar unter dem Hinweis auf Betrugsrisiken für die Nutzer Werbung für Kryptogeld pauschal untersagt. Es sei angesichts einer Schwemme nicht mehr möglich, in dem Bereich zwischen seriösen und unseriösen Kampagnen zu unterscheiden, so das Unternehmen damals. Das Verbot erfolgte auf dem Gipfel des Hypes rund ums Kryptogeld. Google hatte in der Zeit ebenfalls ein solches Verbot ausgesprochen und vergangenen September wieder aufgeweicht.

Inzwischen werden Facebook aber auch eigene Ambitionen auf eine Kryptowährung nachgesagt. Laut Medienberichten arbeitet ein Team von 50 Entwicklern daran, Facebooks eigene Coins zu schaffen. Dabei soll es sich, wie Bloomberg schreibt, um einen sogenannten Stablecoin handeln – also ein Kryptogeld, dessen Einheiten eins zu eins durch US-Dollar oder einen Korb anderer Währungen hinterlegt sind. Federführend für das Projekt ist der ehemalige Paypal-Manager David Marcus, der schon zu seinen Paypal-Zeiten mit sehr Kryptogeld-freundlichen Äußerungen aufgefallen ist.

Facebook-Nutzer sollen mit der Kryptowährung die Möglichkeit erhalten, sich gegenseitig Geld zu schicken und über die Plattform und im Internet angebotene Waren zu kaufen. Angeboten werden könnte das Kryptogeld laut Bloomberg zuerst für indische Nutzer, ein mögliches erstes Produkt wären schnelle, günstige Heimatüberweisungen für im Ausland lebende Inder. Aber derzeit sei die Entwicklung noch in einem frühen Stadium. Eher dürfte die ans konventionelle Finanzsystem andockende Bezahlfunktion für den Messenger Whatsapp kommen. Laut Bericht der Financial Times arbeiten in London derzeit rund 100 Entwickler daran. (axk)