Facebook nimmt kurz vor US-Wahl keine politischen Anzeigen an

Ab sieben Tagen vor der US-Präsidentschaftswahl will Facebook keine neuen politischen Anzeigen mehr annehmen und veröffentlichen.

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(Bild: Frederic Legrand - COMEO/Shutterstock.com)

Von
  • Eva-Maria Weiß

In eineinhalb Monaten ist bei Facebook (politischer) Anzeigenschluss. Sieben Tage vor der US-Präsidentschaftswahl nimmt das soziale Netzwerk keine neuen politischen Anzeigen mehr an. Ein weiterer Schritt, um Manipulationen zu verhindern.

Die Information hat Mark Zuckerberg in einem Facebook-Beitrag geteilt. Darin schreibt er auch: "Es sind nur noch zwei Monate bis zur Wahl und wegen der bundesweiten Auswirkungen durch Covid-19 bin ich besorgt, welche Herausforderungen auf die Menschen beim Wählen zukommen." Er habe auch Sorge wegen der derart gespaltenen Nation und einer möglichen Dauer von Tagen oder sogar Wochen, bis die Ergebnisse da sein werden und ob dies zu Unruhen in der Bevölkerung führen könne. Wegen der Corona-Krise gehen Experten davon aus, dass besonders viele Menschen die Briefwahl nutzen, diese auszuzählen wird länger dauern.

Anzeigen, die bis zum 27. Oktober mindestens ein Mal gesehen wurden, können danach weitergeführt werden. Auch ließe sich die Zielgruppe variieren. Betroffen sind also nur neue Beiträge. Hintergrund ist, dass Falschinformationen so kurz vor den Wahlen nicht mehr rechtzeitig widerlegt werden könnten.

Weitere Maßnahmen gegen Wahlmanipulationen sind die Einschränkung der gleichzeitig zu erreichenden Menschen im Messenger. Das habe sich laut Zuckerberg bei WhatsApp bereits bewährt. Falschinformationen dazu, wie und wann man wählen kann, werden gelöscht. Außerdem werden Beiträge gelöscht, die behaupten, es sei wegen der Corona-Krise besser, nicht zur Wahl zu gehen.

Facebook hat bereits Wahl-Informationen in seinen sozialen Netzwerken untergebracht. Dieses wird auch nach der Wahl über Ergebnisse berichten. Nutzer sollen bei Neuigkeiten Benachrichtigungen bekommen. Auch bekommen diese Nachrichten Hinweise darauf, wie ein Wahlergebnis zustande kommt.

Zuckerberg mahnt, dass die Gefahr, dass auch ausländische Regierungen und andere Organisationen Einfluss auf die Wahlen nehmen wollen, nicht gebannt ist. In dieser Woche seien 13 Konten und zwei Seiten entfernt worden, die Nutzer in die Irre haben führen wollen. Der Beitrag endet mit einem Aufruf, seine Stimme abzugeben.

Im August hatte Facebook insgesamt 521 Kampagnen-Konten gelöscht. Jeden Monat wird ein Bericht zu koordiniertem, unauthentischen Verhalten veröffentlicht. Kurz zuvor verschärfte Facebook seine Richtlinien gegen QAnon, militante Gruppen und die "Antifa".

(emw)