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Facebook schickt KI-Assistent "M" in Rente

Facebook hat seinen textbasierten Assistenten "M" abgeschaltet. Das Experiment sei gescheitert. Deutsche Nutzer konnten den Service nie nutzen: "M" hatte die geschlossene Beta-Phase nie verlassen.

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Facebook schickt KI-Assistent "M" in Rente

(Bild: dpa, Lukas Schulze)

Facebook M war ein persönlicher Assistent, der als Chatbot seinen Nutzern zu Diensten war. Doch nun geht M in Rente, das "Experiment" sei gescheitert, bestätigte Facebook gegenüber der BBC. M "lebte" im Messenger und war laut The Verge für rund 2000 Menschen innerhalb Kaliforniens nutzbar. Beobachter rechneten eigentlich mit einer baldigen Ausweitung des Experiments.

Während eines Chats schlägt M passende Sticker vor. Die Vorschläge soll es wohl weiterhin geben.

M hatte seine Arbeit im Sommer 2015 aufgenommen. Der Assistent kümmerte sich etwa um Flugbuchungen oder reservierte Tische. Bedient wurde M nicht über Spracheingabe, sondern nur über den Chat. Das Besondere: Wusste die Künstliche Intelligenz (KI) einmal nicht weiter, sprang ein menschlicher Mitarbeiter ein und erledigte die Aufgabe.

Laut BBC sagte ein Experte, dass der Dienst Facebooks Erwartungen nicht erfüllt habe. Der Journalist Casey Newton, der M ausprobieren durfte, wusste nach kurzer Zeit nicht mehr viel mit M anzufangen. Er nutzte den Assistenten höchstens noch, um Telefonate zu ersetzen. In einem Interview sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg, dass es anderen Leuten auch so ginge. Kein gutes Zeichen.

Facebook wollte mit M herausfinden, was die Nutzer brauchen und von einem digitalen Assistenten erwarten. "Wir haben viel gelernt", sagte ein Facebook-Sprecher. Die gesammelten Erkenntnisse will Facebook nun in anderen Projekten einsetzen, KI wird weiterhin eine wichtige Rolle spielen. M habe aber keineswegs einen schlechten Job gemacht: "Wir sind weiterhin sehr zufrieden mit der Leistung von Ms Vorschlägen im Messenger." Diese automatisierten Vorschläge gab es im Unterschied zur menschlich unterstützten Kernfunktion in zahlreichen Ländern. Insgesamt 100 Millionen Menschen nutzten sie bislang. Die kontextabhängigen Vorschläge soll es wohl auch weiterhin geben, schreibt The Verge. Nur wird kein menschlicher Assistent mehr der KI zur Hilfe eilen (dbe)

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