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Facebook sperrt sechs prominente Hassschleuderer

Sechs "gefährliche" Verbreiter von Hass und Verschwörungstheorien sind auf Facebook und Instagram nicht mehr erreichbar. Das erregt in den USA großes Aufsehen.

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Milo Yiannopoulos (l.) und Alex Jones

(Bild: dpa / dpa)

Facebook hat am Donnerstag sechs prominente US-Amerikaner von Facebook.com und Instagram ausgeschlossen. Betroffen sind Personen beiderlei Geschlechts und unterschiedlicher Religionszugehörigkeit. Sie sind schon lange für Hassbotschaften oder Verschwörungstheorien, antisemitische oder islamfeindliche Äußerungen oder Aufrufe zum Rassenkrieg bekannt. Facebook hat sie nun als "gefährlich" erkannt und damit einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen konstatiert.

Gleichzeitig wurde die Facebook-Präsenz einer führenden Website für die Verbreitung von Verschwörungstheorien gesperrt. Andere Plattformen wie Twitter oder Paypal hatten einige der Personen schon vor längerer Zeit ausgeschlossen. Einer der Männer war im August des Vorjahres bereits für 30 Tage auf Facebook gesperrt worden, nachdem vier von ihm hochgeladene Videos als Hassbotschaft beziehungsweise Bullying eingestuft worden waren.

Als auf den Seiten auch Gewaltverherrlichung gefunden wurde, löschte Facebook die vier Seiten. Der Betreiber durfte nach den 30 Tagen wieder posten, änderte sein Verhalten aber nicht entscheidend; nun ist Facebook der Geduldsfaden gerissen.

Die Sperrungen machen in den USA Schlagzeilen. Die betroffenen Personen wie der Verschwörungstheoretiker Alex Jones, der rechtspopulistische Autor Milo Yiannopoulos und der Chef der radikalen religiös-politischen Organisation "Nation of Islam", Louis Farrakhan, sind sehr bekannt. Zudem gilt Redefreiheit in den USA als besonders hehres Gut. Ein Wiederbetätigungsverbot wie in Deutschland oder Österreich wäre in den Vereinigten Staaten verfassungswidrig. Facebook aber steht es als privates Unternehmen frei, zu entscheiden, wem es eine Plattform gibt und wem nicht.

Die medialen Reaktionen in den USA fallen kontrovers aus: Eine Seite freut sich, dass Facebook endlich gegen den ärgsten Schund vorgeht, während die andere Seite die Redefreiheit gefährdet sieht. Für Präsidentensohn Donald Trump Jr. sind Google, Twitter und Facebook "Linke, die Äußerungen ihrer Opposition unterbinden indem sie Konservative zensieren". Das hat der Republikaner auf Twitter gepostet. (ds)