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Facebook startet zielgruppenspezifische Werbung

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Das Social-Network Facebook lässt gezielte Werbung zu, die auf die Interessen ihrer mehr als 50 Millionen Nutzer zugeschnitten sein soll. CEO Mark Zuckerberg stellte gestern das neue Werbeprogramm Facebook Ads vor. Daran beteiligt sind rund 60 Konzerne wie eBay, Coca-Cola, Sony Pictures Television oder Microsoft. Die Partnerunternehmen sollen auch zusammengefasste Daten unter anderem über Alter, Geschlecht und die Interessen der Nutzer bekommen, die ihre Werbung sehen. Ähnliche Pläne wie Facebook hegt auch der Rivale MySpace.

Außerdem können bei Facebook die Unternehmen künftig eigene Seiten aufbauen, geht aus einer Mitteilung hervor. Wie die bisherigen Facebook-Mitglieder sollen die Unternehmen ihre Präsenzen mit Inhalten wie Texte, Fotos, Videos und Musik befüllen könnn. Die Facebook-Mitglieder können sich als "Fan eines Unternehmens" outen und zum Beispiel als "Social Ads" auch ihre Freunde automatisch über ihre Einkäufe auf dem Laufenden halten.

In den USA sind vorab bereits Befürchtungen lautgeworden, zielgruppenspezifische Werbung könne massiv in die Privatsphäre der Internetnutzer eingreifen. Bürgerrechtler haben anlässlich einer Konferenz der Regulierungsbehörde FTC zu dem Thema vergangene Woche gefordert, dass sich die Internet-Nutzer aus der Erfassung ihrer Vorlieben ausklinken können müssen. Der Internetdienstleister AOL hat bereits ein Programm zum besseren Schutz der Privatsphäre verkündet – möglicherweise im Vorgriff auf Regulierungen, die vom US-Gesetzgeber erlassen werden könnten, wenn sich die Werbetreibenden nicht selbst beschränken, wurde in US-Medien gemutmaßt.

Facebook gibt in seiner Mitteilung auch ein Datenschutzversprechen ab, das allerdings gegenüber dem von AOL eingeschränkter anmutet. Darin heißt es, die bisherigen Datenschutzregeln werden auf das Werbeprogramm ausgedehnt. Das bedeutet, Facebook-Nutzer bekommen nur die "Social Ads" von jenen zu sehen, die sie als "Freunde" auf ihre Liste genommen haben. (anw)