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Facebook startet zweiten Newsfeed

Still und leise hat Facebook den "Explore Feed" eingeführt, der Nutzer zu Content außerhalb ihres Freundeskreises führen soll. In einigen Regionen testet der Konzern aber andere Optionen, die dieser Feed ermöglichen kann.

Facebook

(Bild: dpa, Stephan Jansen/Symbolbild)

Allzu viele Facebook-Nutzer dürften es noch nicht mitbekommen haben: In den vergangenen Tagen hat Facebook nach mehreren Tests einen zweiten Newsfeed in die Apps und die Web-Version integriert. Der "Explore Feed" lässt sich in der deutschsprachigen Variante recht versteckt über "Entdecker-Feed" links in der "Entdecken"-Sidebar aufrufen.

Im Explore Feed zeigt Facebook Inhalte, die nicht von Freunden oder abonnierten Seiten stammen. Algorithmen sorgen dafür, dass Nutzer hier präsentiert bekommen, was sie anhand ihrer analysierten Gewohnheiten interessieren könnte. Die Absicht ist klar: Mitglieder sollen noch länger als bislang im sozialen Netz verweilen.

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In einigen Testregionen geht Facebook einen Schritt weiter. Dort experimentiert der Konzern seit einigen Tagen mit zwei getrennten Newsfeeds, die Inhalte von Freunden und Familie einerseits und Postings von gelikten Seiten andererseits (der "Explore Feed") unterscheiden. Derzeit läuft dieser Test in Bolivien, Kambodscha, Sri Lanka, Guatemala, Serbien und in der Slowakei. Dabei will es Facebook laut Adam Mosseri, Head of News Feed, vorerst belassen.

Im Entdecker-Feed lernt der Autor dieser Meldung neue Kochrezepte kennen, die nicht Freunden oder abonnierten Seiten stammen.

Denn kaum hatte Facebook den Test gestartet, hagelte es Kritik. Facebook wolle über kurz oder lang Seiten-Betreiber dazu zwingen, über bezahlte Werbung in die Haupt-Streams der Nutzer zu kommen. Der slowakische Journalist Filip Struhárik etwa berichtet, dass kleinere slowakische Medien-Seiten sofort einen fühlbaren Rückgang im Nutzer-Traffic verzeichneten, als Facebook seinen Test startete.

Adam Mosseri von Facebook beschwichtigte nun. Es sei nicht beabsichtigt, von Seiten-Betreibern Geld zu kassieren, damit sie in den Newsfeeds der Nutzer auftauchen: "Unglücklicherweise haben das einige so interpretiert, aber das lag nicht in unserer Absicht."

Vielmehr gehe es beim "Explore Feed" lediglich darum, den Wünschen der Nutzer entgegenzukommen. "Mit allen Tests können wir vielleicht Dinge lernen, die zu neuen Tests in den kommenden Monaten führen, um besser zu verstehen, was sowohl für Nutzer als auch für Publisher am besten ist." (hob)

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