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Facebook testet neuen Dating-Service

Mit einem neuen Dating-Service will Facebook einsamen Herzen bei der Partnersuche helfen. Wie das funktionieren soll, zeigt die nun gestartete Testphase.

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Facebook testet neuen Dating-Service

Einsame Herzen dürfen schneller schlagen – zumindest in Kolumbien: Dort testet Facebook seine neue Partnerbörse Facebook Dating. Doch nur Volljährige dürfen sich, wenn sie denn wollen, mit Facebook verlieben: Alles ist freiwillig und Opt-in. Zu finden ist die Dating-Funktion nicht in einer eigenen App, sondern etwas versteckt in der bestehenden Facebook-Applikation. Das Dating funktioniert nur mobil auf dem Smartphone (und nicht heimlich am Arbeitsrechner). Werbung und kostenpflichtige Premium-Funktionen gibt es keine.

Ein Liebes-Algorithmus versucht, passende Paare zusammenzuführen, indem er die Gefällt-mir-Angaben auswertet und nach weiteren Gemeinsamkeiten in den Profilen sucht. Die Nutzer geben ihren Vornamen und ihr Alter an und schreiben eine kleine Biografie ("Ich mag lange Spaziergänge, süße Hunde und Raketen"). Das spezielle Dating-Profil setzt sich zudem aus maximal neun Fotos zusammen sowie den Antworten auf bestimmte Fragen, die Facebook stellt. Etwa: "Wie sieht der perfekte Tag aus? – "Sofa und Netflix". Facebook erfragt auch den Aufenthaltsort und überprüft ihn via Smartphone-GPS, um falsche Angaben zu vermeiden.

"Es gibt kein Swiping" (wie bei Tinder), schreibt TechCrunch, "und die Dating-Funktion versucht nicht, cool auszusehen". Die Liebesbörse ist so aufgebaut, dass sich Facebook-Nutzer schnell zurechtfinden. Im aktuellen Testlauf dürfen einsame Herzen ihr Interesse an maximal 100 Leuten pro Tag bekunden. Die müssen sich allerdings in einem Radius von 100 Kilometern aufhalten. Ob das alles sinnvoll ist, soll nun das Experiment in Kolumbien zeigen. Änderungen sind also möglich.

Blockierte Nutzer sowie bestehende Facebook-Freunde blendet der Dating-Dienst in seinen Vorschlägen aus. Freunde von Freunden sind aber zu sehen, wenn sie den Service auch nutzen. Entfreundete Ex-Partner können ebenfalls zu sehen sein, warnt The Verge. Mit jeder Person mit Dating-Profil ist ein Text-Chat (samt Emojis) möglich, den aber nicht der hauseigene Messenger abwickelt, sondern ein eigenes Chatsystem. Fotos lassen sich nicht verschicken, niemand muss sich also vor unverlangten obszönen Bildchen fürchten. Andere Dating-Apps verlangen vor dem Chat erst einen "Match". Zwei Nutzer müssen zunächst also wechselseitiges Interesse bekunden.

Der Dating-Service ist mit den Gruppen und Veranstaltungen von Facebook verzahnt, damit sich die Nutzer schnell und einfach im wahren Leben treffen und in die Augen schauen können. "Dating ist ein Verhalten, das wir auf Facebook schon seit langem kennen", erklärt Produktmanager Nathan Sharp gegenüber The Verge. "Wir wollen es den Menschen leichter und bequemer machen, sich zu verabreden". Facebook will Singles in langfristige Beziehungen bringen und nicht für den schnellen, bedeutungslosen Sex verkuppeln. Aber, nun ja, die Leute werden Facebook Dating natürlich auch nutzen, um einen One-Night-Stand zu organisieren, gibt Sharp zu. (dbe)

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