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Facebook überrascht mit Instagram-Coup

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Verschwendet Facebook-Gründer Mark Zuckerberg eine Menge Geld, wenn er eine Milliarde US-Dollar für die Fotoplattform Instagram hinblättert? Instagram hatte in der vergangenen Woche eine neue Finanzierungsrunde abgeschlossen und wurde dabei laut Medienberichten mit rund eine halben Milliarde US-Dollar bewertet – Facebook will für das Unternehmen nun das Doppelte zahlen.

Die Übernahme wirft eine Reihe von Fragen auf. "Und die größte ist: Warum", stellt der Branchendienst CNet News in einer ersten Analyse fest. Facebook hat selbst 850 Millionen Nutzer, die jeden Tag 250 Millionen Fotos hochladen. Warum will Facebook eine Milliarde für gerade einmal 30 Millionen Nutzer bezahlen, die bislang keinen Cent Umsatz bringen?

Wollte Facebook kurz vor dem eigenen Börsengang der Konkurrenz zuvorkommen, weil die Annäherungsversuche von Rivalen wie Google oder Twitter zu konkret geworden waren? Gerüchte, dass sich der Internet-Riese und der Kurznachrichtendienst Instagram umgarnen, gab es immer wieder. Auch wenn Instagram-Chef Kevin Systrom bis zuletzt eisern behauptete, dass er sein Baby selbst weiterentwickeln wolle.

Oder bekam es Facebook angesichts des Potenzials von Instagram doch mit der Angst zu tun, wie das Magazin Fortune vermutet? Auf knapp 30 Millionen Nutzer kam der Fotodienst schließlich nur mit einer iPhone-App. Als vergangene Woche erstmals auch eine Version des Programms für das Google-Betriebssystem Android verfügbar war, wurde sie innerhalb eines Tages eine Million Mal heruntergeladen.

Dabei bietet Instagram eigentlich, was man bei Facebook auch machen kann – Fotos mit seinen Freunden und Bekannten teilen. Die Instagram-App hat eingebaute Filter, mit denen man ein Bild auf alt trimmen oder die Farben verzerren kann. An denen alleine wird es nicht liegen: Es gibt Dutzende Foto-Apps mit ähnlichen Funktionen. Facebook hätte solche Bearbeitungsmöglichkeiten auch selbst in seine mobilen Apps einbauen können.

Viel interessanter ist, dass es Instagram gelungen ist, im Schatten des übergroßen Rivalen mit einer attraktiven App eine aktive Nutzergemeinschaft zu etablieren. Das dürfte ein Grund dafür sein, dass Facebook erstmals eine Firma nach dem Kauf eigenständig weiterlaufen lassen will, anstatt ihre Ideen in eigenen Diensten aufgehen zu lassen. (mit Material von dpa) / (vbr)

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