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Facebook unterscheidet Gesichter auf menschlichem Niveau

Facebook arbeitet an einem System zur Gesichtserkennung, das Personen ähnlich gut unterscheiden können soll wie der Mensch.

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Die neu gegründete AI Research Group bei Facebook arbeitet an einem System zur Gesichtserkennung mit dem Namen DeepFace. Es soll in zwei Fotos, die fremde Gesichter zeigen, ähnlich gut Übereinstimmungen finden können wie der Mensch. Das berichtet die US-amerikanische MIT Technology Review.

DeepFace ermittelt Merkmale in Gesichtern, richtet sie mit einem 3D-Modell aus und kann anhand dessen neue Ansichten errechnen.

Die Forscher haben ihr System an einem Standard-Bilderset mit bekannten Gesichtern getestet. Auf 13.000 Bildern waren mehr 1680 identifizierte Personen zu sehen. Das Set wurde bereits für viele Versuche mit Software verwendet, aber auch mit Menschen. DeepFace entschied bei jeweils zwei zu vergleichenden Fotos in 97,25 Prozent der Fälle richtig, ob auf den Fotos die gleiche Person zu sehen war oder nicht. Menschen bringen es laut Technology Review auf 97,53 Prozent.

DeepFace soll auch Gesichter unterscheiden können, die schlecht beleuchtet oder aus einem ungünstigen Winkel aufgenommen worden sind. Damit will die Forschergruppe das Ergebnis der bisherigen Gesichtsunterscheidung erheblich verbessert haben. Allerdings geht es bisher nur darum, Gesichter voneinander zu unterscheiden. Ihnen Namen zuzuordnen, wäre der nächste Schritt.

Die Software arbeitet in zwei Schritten. Zunächst korrigiert sie den Kamerawinkel mit einem 3D-Modell, kann anhand des Modells aber nicht nur frontale, sondern auch seitliche Ansichten des Gesichts erstellen. Anschließend errechnet ein Algorithmus mit Hilfe neuronaler Netzwerke eine numerische Repräsentation der Gesichtsmerkmale. Das neuronale Netzwerk wurde anhand von vier Millionen Fotos mit über 4000 bekannten Gesichtern aus der Facebook-Datenbank trainiert.

Facebook erkennt bereits seit 2010 Gesichter. Die Implementierung von DeepFace in Facebook ist vorerst aber nicht geplant. Auf der IEEE Conference on Computer Vision and Pattern Recognition im Juni in Columbus im US-amerikanischen Staat Ohio wollen die Forscher ihre Arbeit vorstellen.

In Deutschland führte Facebook die Gesichtserkennung 2011 ein, was zu einer Beschwerde der damaligen Verbraucherministerin Aigner an die US-Handelsaufsicht und zu einem Verfahren gegen Facebook führte. Später lenkte Facebook ein und stoppte die Gesichtserkennung in Europa. (akr)