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Facebook verdreifacht Quartalsgewinn

Facebook hat im ersten Quartal des Jahres 1,5 Milliarden US-Dollar Reingewinn gemacht. Das ist das Dreifache des Vorjahreswert. Die am Handy angezeigte Werbung bringt besonders viel ein. So freut sich Facebook über immer mehr mobile Nutzer.

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(Bild: dpa, Marc Tirl/Archiv)

Mark Elliot Zuckerberg

(Bild: dpa, Kay Nietfeld)

Facebook Inc. konnte seinen Umsatz im ersten Quartal des Jahres von 3,5 Milliarden US-Dollar vor einem Jahr auf nunmehr 5,4 Milliarden Dollar steigern (+52%). Der Zuwachs beruht ausschließlich auf den um 57 Prozent auf 5,2 Milliarden gesteigerten Werbeeinnahmen. Die Ausgaben sind mit 29 Prozent deutlich langsamer gestiegen, und zwar auf 3,4 Milliarden Dollar. Die logische Folge ist ein um 115 Prozent von 0,9 auf gut zwei Milliarden Dollar gestiegener Betriebsgewinn.

Der Reingewinn wurde sogar von 0,5 auf 1,5 Milliarden Dollar verdreifacht. Dabei half auch eine von 45 Prozent auf 27 Prozent reduzierte Steuerquote. Nach Bekanntgabe des Quartalsergebnisses Mittwochabend legten Facebook-Aktien im nachbörslichen Handel rund neun Prozent zu. Und das obwohl Facebook-Chef Mark Zuckerberg gleichzeitig angekündigt hat, seine Macht zu Lasten normaler Aktionäre einzuzementieren.

Facebook.com gewinnt laufend neue Datenlieferanten (vulgo Nutzer) hinzu. Die Zahl der täglich aktiven Mobiluser lag im März bei 989 Millionen. Das sind 55 Millionen mehr, als drei Monate zu vor. So ein starkes Wachstum hat Facebook in diesem besonders profitablen Segment noch nie gemeldet. Dazu kommen weitere 101 Millionen Nutzer, die nur von einem Desktoprechner oder Laptop aus täglich zu Facebooks Gedeihen beitragen.

Zählt man auch jene mit, die nicht täglich aber mindestens einmal im Monat dabei sind, waren es im März 894 Millionen User ausschließlich auf mobilen Endgeräten (+71 Millionen gegenüber Dezember), 146 Millionen ausschließlich auf Desktops oder Laptops (-3 Millionen), und 614 Milliarden die beide Arten von Geräten verwenden. In Summe machte das im März 1,654 Millionen aktive Facebook.com-User (+63 Millionen).

(Bild: Michael Coghlan CC BY-SA 2.0)

"Heute verbringen die Leute in aller Welt durchschnittlich mehr als 50 Minuten pro Tag mit der Nutzung von Facebook, Instagram und Messenger", sagte Zuckerberg in einer Telefonkonferenz Mittwochabend. Whatsapp sei in dieser Statistik noch gar nicht berücksichtigt. Instagram hatte demnach in dem Monat "über 400 Millionen" User. Angaben zu anderen Diensten machte er nicht.

Das Unternehmen zeigte im ersten Quartal 50 Prozent mehr Werbung als noch vor einem Jahr. Das liegt zum Teil an der Einführung von Reklame auf Instagram. Gleichzeitig gelang es, den durchschnittlich erzielten Preis um fünf Prozent zu erhöhen. Das liegt an der deutlichen Verschiebung hin zu Werbung auf mobilen Endgeräten. Bestimmte, weniger auffällige und damit günstigere Werbeplätze bietet Facebook für die Darstellung am Handy gar nicht erst an.

Die Konzerneinnahmen aus dem Vertrieb von Werbeflächen für Desktop- und Laptopuser sind von 896 Millionen Dollar um knapp fünf Prozent auf 936 Millionen Dollar geklettert. Steil bergauf geht es im Mobilsegment: Nach 2,4 Milliarden im ersten Quartal 2015 waren es nun gleich 4,3 Milliarden. Das ist ein Anstieg von 76 Prozent.

Die durchschnittlichen Einnahmen pro Nutzer (ARPU) sind um ein Drittel auf rund 1,11 Dollar pro Monat gestiegen. Allerdings gibt es hier enorme regionale Unterschiede. Die besten Geschäfte macht das Unternehmen mit der Aufmerksamkeit von Usern in den Vereinigten Staaten und Kanada. Den mit ihnen durchschnittlich erzielten Umsatz konnte Facebook in nur einem Jahr um die Hälfte auf 4,14 Dollar pro Monat und Kopf erhöhen.

Der Vertrieb der Oculus Rift trug nicht nennenswert zum Quartalsergebnis bei.

(Bild: c't )

In Europa gelang eine Steigerung um ein Drittel auf rund 1,33 Dollar. Fast genau so stark war der relative Zuwachs in Asien und dem Pazifikraum, wo jeder Nutzer im Schnitt 52 Cent im Monat abwarf. Im Rest der Welt betrug der Anstieg 14 Prozent. Dort muss Facebook mit durchschnittlich 30 Cent je User und Monat das Auslangen finden. Ein nordamerikanischer Teilnehmer bringt Facebook also fast 14 mal so viel ein, wie ein Teilnehmer in Afrika oder Lateinamerika.

Seinen Kassenstand konnte Facebook in den drei Monaten von 18,4 Milliarden Dollar um zwölf Prozent auf 20,6 Milliarden erhöhen. Die Ausschüttung einer Dividende ist dennoch nicht beabsichtigt. Allerdings bezeichnet das Management die Ausgabe der stimmrechtslosen C-Aktien als "einmalige Aktiendividende". Tatsächlich geht es dabei darum, Mark Zuckerberg den Verkauf von Aktien zu ermöglichen, während er gleichzeitig die Kontrolle über das Unternehmen behält. Normale Aktionäre haben nachher aber nicht mehr in der Tasche. (ds)