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Facebook vergrößert sein Löschteam in Deutschland

An einem neuen Standort in Essen soll ein Team von 500 Mitarbeitern illegale Inhalte auf Facebook entfernen. Bundesjustizminister Heiko Maas hält diesen Ausbau für "überfällig".

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Facebook-Löschzentrum

(Bild: dpa, Soeren Stache)

In Essen sollen ab Herbst 500 neue Mitarbeiter strafbare und beleidigende Inhalte auf Facebook beurteilen und entfernen. Das Team soll sicherstellen, dass die "Gemeinschaftsstandards in konsequenter und effektiver Weise angewandt werden". Man wolle das Vorgehen gegen illegale Inhalte "weiter intensivieren", erklärte Martin Ott, Managing Director Central Europe bei Facebook.

Das Löschzentrum in Essen soll der europäische Anbieter Competence Call Center (CCC) betreiben. Das neu gegründete Team soll die gleichen Tätigkeiten wie die Mitarbeiter der Bertelsmann-Dienstleistungsfirma Arvato in Berlin ausüben. Dort arbeiten bald mehr als 700 Mitarbeiter, für die brutale Bilder zum Alltag gehören. Weltweit sind 4500 Kontrolleure für Facebook tätig. Im Laufe des Jahres will Facebook weitere 3000 Mitarbeiter einstellen, kündigte Facebook-Chef Mark Zuckerberg an.

Mit dem Ausbau der Prüfteams reagiert Facebook auch auf das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG). Es verpflichtet Internet-Plattformen, strafbare Hassrede schneller zu löschen. In klaren Fällen sollen die Löschaktionen binnen 24 Stunden passieren, bei weniger eindeutigen Sachverhalten innerhalb einer Woche. Das Gesetz tritt zum 1. Oktober in Kraft, nach einer Übergangsfrist drohen bei Verstößen hohe Bußgelder. Kritiker bemängeln an dem Gesetz, dass Unternehmen wie Facebook, Google oder Twitter eine Deutungshoheit bekämen. Zudem bestehe die Gefahr, dass auch legale Inhalte gelöscht werden. Die drohenden Geldstrafen könnten Plattformen dazu bringen, mehr zu löschen als sie müssten.

In einem Interview mit dem Spiegel bezeichnete Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) die Einrichtung des zweiten Löschzentrums als "überfällig", um das Beschwerdemanagement zu verbessern. "Die Entscheidungen von Facebook müssen einfach transparenter werden", fordert Maas. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) lobte Facebooks Standortentscheidung: "Nicht nur wie bisher aus Berlin, sondern jetzt auch aus Nordrhein-Westfalen wird künftig ein wesentlicher Beitrag zur Netzsicherheit und zur Kommunikationskultur im Internet geleistet werden." Essen würde eine "zentrale Funktion in der globalen Netzkommunikation" einnehmen. (mit Material der dpa) / (dbe)

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