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Facebook vermutet 83 Millionen Fake-Accounts

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In seinem ersten Quartalsbericht hatte Facebook vor Kurzem für Juni 955 Millionen User gezählt, die sich mindestens einmal im Monat einloggen. Aus dem nun veröffentlichten Bericht an die US-Börsenaufsicht SEC geht hervor, dass etwa 83 Millionen davon Fake-Accounts sind. Dabei geht Facebook davon aus, dass 4,8 Prozent der Profile des Netzwerks Mehrfachaccounts sind. Dazu kommen 2,4 Prozent "falsch klassifizierte" Accounts, also solche, bei denen Privatpersonen ihr Unternehmen oder ihr Haustier angemeldet haben. 1,5 Prozent der Accounts seien "unerwünscht" und beispielsweise nur dazu angelegt worden, um Spam zu verbreiten.

Entwicklung der Nutzerzahlen in den vergangenen drei Jahren weltweit und nach Regionen aufgeschlüsselt.

(Bild: sec.gov)

Zusammengezählt wären demnach 8,7 Prozent der Accounts nicht zu berücksichtigen. Die vorige Schätzung im März ging von bis zu 6 Prozent fehlerhaften Accounts aus. Das heißt, ein Teil des Wachstums des sozialen Netzwerks geht auf Mehrfach- oder anderweitig unerwünschte Profile zurück.

Die Messung der aktiven Nutzer schränkt Facebook weiter dadurch ein, dass Anwendungen auf mobilen Geräten ohne Einfluss des Nutzers Kontakt mit Facebook-Servern aufnähmen. Für Dezember 2011 schätzt Facebook, dass dies auf 5 Prozent der 552 Millionen täglichen Nutzer zutreffe. Weiter geht aus dem Bericht hervor, dass 102 Millionen Facebook-Nutzer ausschließlich mobil auf das Netzwerk zugriffen.

Für das vergangene Quartal hatte Facebook einen Verlust von 157 Millionen US-Dollar berichtet. Die Aktie des Unternehmens war zum gestrigen Börsenschluss auf einen neuen Tiefstand gefallen. Sie notierte mit 20,88 US-Dollar; Anleger der ersten Stunde, die im Mai noch 38 Dollar pro Papier gezahlt hatten, haben damit fast die Hälfte ihres Einsatzes verloren. Ein US-Startup hat nach eigenen Angaben ermittelt, dass 80 Prozent der von Facebook berechneten Klicks auf Anzeigen, die das Unternehmen gebucht hatte, von Bots stammen. Auch ein anderer Facebook-Werbekunde äußerte laut einem Bericht des Wirtschaftsmagazins Forbes zuletzt Zweifel an der Qualitätssicherung des sozialen Netzwerks. (anw)

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