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Facebook weiß nicht, welche Daten Cambridge Analytica besitzt

Welche Daten Cambridge Analytica abgegriffen hat, weiß Facebook selbst nicht genau. Die deutschen Internetnutzer vertrauen dem sozialen Netzwerk einer Umfrage zufolge überwiegend nicht. Der Präsident des Bundeskartellamts meldet sich zu Wort.

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Soziales Netzwerk

(Bild: dpa, Matt Rourke/AP)

Facebook ist nach eigenen Angaben weiterhin nicht bekannt, welche Informationen seiner Nutzer genau im jüngsten Datenschutz-Skandal bei der umstrittenen Firma Cambridge Analytica gelandet sind. "Bis zum heutigen Tage wissen wir nicht, welche Daten Cambridge Analytica hat", sagte die für das operative Geschäft zuständige Top-Managerin Sheryl Sandberg der Financial Times am Freitag. Nach Gründer und Chef Mark Zuckerberg räumte auch sie Fehler ein und sagte, Facebook habe zu langsam reagiert.

Cambridge Analytica und die Facebook-Profile

Bei dem Facebook-Datenskandal hatte der Entwickler einer Umfrage-App vor über vier Jahren Informationen von Nutzern an die Analyse-Firma Cambridge Analytica weitergereicht, die später unter anderem für das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump gearbeitet hatte. Dabei ging es nicht nur um die Daten der Umfrage-Teilnehmer, sondern auch um die ihrer Facebook-Freunde.

Nach Einschätzung von Facebook könnten die Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern weltweit betroffen sein, darunter potenziell knapp 310.000 Mitglieder aus Deutschland. Cambridge Analytica selbst erklärte, man habe Informationen zu 30 Millionen Nutzern erhalten. Facebook konnte den Datenbestand bei Cambridge Analytica bisher nicht nachprüfen, weil bei der Firma zunächst die britische Datenschutzbehörde am Zug ist.

Die deutsche Bevölkerung zeigt sich von dem Facebook-Datenskandal stark verunsichert. Nach einer Umfrage des ARD-DeutschlandTrends vom Donnerstag haben rund 61 Prozent der Internetnutzer in Deutschland große oder sehr große Sorge vor einem Missbrauch ihrer persönlichen Daten. 59 Prozent der Befragten gaben an, unabhängig von den aktuellen Berichten, das soziale Netzwerk nicht zu nutzen. 27 Prozent sagten, sie verwendeten Facebook unverändert weiter. Zwölf Prozent nutzten demnach Facebook wegen der Berichte weniger als früher. Zwei Prozent gaben an, Facebook aufgrund der Berichte nicht mehr zu benutzen.

Das Vertrauen in das soziale Netzwerk ist laut der Umfrage gering. Nur zehn Prozent der befragten Facebook-Nutzer haben großes Vertrauen, dass das Unternehmen mit persönlichen Daten verantwortungsvoll umgeht. 88 Prozent haben wenig oder gar kein Vertrauen. Sehr großes Vertrauen hat demnach keiner der befragten Facebook-Nutzer.

Nach Meinung von Kartellamtspräsident Andreas Mundt hat Facebook bei der Datennutzung seine Marktmacht missbraucht. "Nach dem jetzigen Stand gehen wir davon aus, dass Facebook seine Marktmacht gegenüber den Kunden durch die Art und Weise, wie Daten aus Drittquellen gesammelt und verwertet werden, missbräuchlich ausnutzt", sagte Mundt der Rheinischen Post. "Bleiben wir bei diesem Befund, wird Facebook seine Praxis anpassen müssen."

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(olb)

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