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Facebook will "Cold Flash"-Speicherbausteine

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Während die Entwicklung bei aktuellen Flash-Speichermedien eher in Richtung Datensicherheit, kleine Zugriffszeit und hohe Geschwindigkeit geht, wünschte sich Facebook auf der gerade beendeten Konferenz Flash Memory Summit im kalifornischen Santa Clara etwas ganz anderes: Billigen Low-Performance-Speicher für die so genannten "Cold Storage"-Center.

Jason Taylor, verantwortlich für die Infrastruktur des Social-Media-Giganten, erläuterte dies in einer Keynote: Viele der 350 Millionen Fotos, die User bei Facebook täglich posten, werden nie oder nur selten abgerufen. Speziell für Datengräber hält Facebook die "Cold Storage"-Center bereit, bei denen die Speichermedien zu gunsten der Energiebilanz im Leerlauf oder ausgeschaltet bleiben, bis eine konkrete Anfrage eingeht. Der User muss dann eine gewisse Zugriffszeit in Kauf nehmen.

Das Signetics WOM 25120 aus dem Datenbuch von 1972 versprach enorme Kapazität bei auch heute noch vorbildlichen Schreibraten.

"Macht den schlechtesten Flash-Speicher, den ihr euch vorstellen könnt, aber macht ihn groß und billig", wünscht sich Taylor von der Halbleiterindustrie. Schreibraten von einem Zehntel des heute Machbaren wären für ihn völlig okay, Zuverlässigkeit und I/O-Durchsatz stünden erst an zweiter Stelle. Verständlich, zumal Facebook ja auch keine Garantie für den Erhalt persönlicher Daten abgibt und im letzten Jahr 1,24 Milliarden US-Dollar für neue Datencenter ausgegeben hat – die zum Teil auch schon Flash-Medien einsetzen.

Die Idee an sich ist nicht ganz neu: Schon 1972 war in einem Signetics-Datenbuch der Baustein 25120 zu finden, ein "9046 × N Random Access Write-Only-Memory" (hergestellt im Signetics Extra Secret Process SEX), der unter Verwendung von "Don't Care Buffern" Schreibzyklen von 80 ns bot. Lieferbar war er aber aus bis heute ungeklärten Gründen dann aber doch nicht ... (cm)