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Facebook will Minderjährige proaktiver sperren

Wer unter 13 Jahre alt ist, darf Facebook und Instagram nicht nutzen – viele Kinder tun es trotzdem. Deren Konten sollen ab sofort proaktiver gesperrt werden.

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Facebook-Datenskandal

(Bild: dpa, Dominic Lipinski)

Facebook und dessen Tochter Instagram sind ab 13. Eigentlich, denn auf den Plattformen tummeln sich auch unzählige Minderjährige, die jünger sind als 13 Jahre. Deren Accounts will Facebook nun proaktiver sperren, nachdem die Dienste bislang offenbar erst nach Hinweisen aktiv geworden sind. Gegenüber Techcrunch bestätigte Facebook den Kurswechsel: Die Mitarbeiter hätten die Anweisung erhalten, alle mutmaßlichen Konten von Minderjährigen zu sperren, die ihnen während der Arbeit begegnen. Soll heißen, dass sie auch einen Account sperren, der wegen anderer Vergehen gemeldet wurde (etwa wegen anstößiger Inhalte).

Die betroffenen Nutzer müssen dann beweisen, dass sie mindestens 13 Jahre alt sind, damit Facebook ihren Account wieder freigibt. Das Netzwerk akzeptiert dazu etwa Personalausweise. Bei der Einrichtung eines Facebook-Accounts findet keine Altersprüfung statt. Bei den Jüngeren ist vor allem Instagram extrem beliebt; hier gibt es ebenfalls keine Altersprüfung bei der Anmeldung.

Kontrolleure schauten weg

Der Auslöser für Facebooks schärfere Alterskontrollen ist eine Reportage des britischen Senders Channel 4. Ein Reporter hatte sich für seine Recherchen als Prüfer ("Content Reviewer") einstellen lassen, um Facebooks obskure Löschregeln zu beleuchten; nicht bei Facebook direkt, sondern bei einer externen Firma namens CPL Resources in Dublin, die im Auftrag von Facebook Inhalte überprüft. Einer der Kontrolleure berichtete dem Journalisten, dass sie bislang minderjährige Nutzer haben gewähren lassen: "Wir taten einfach so, als ob wir blind wären und nicht wüssten, wie Minderjährige aussehen." Sie handelt damit offenbar nach Anweisung ihrer Vorgesetzten. Die Inhaltsprüfer werden nun geschult, um die bestehende Altersgrenze durchzusetzen.

Facebook will jetzt allerdings nicht im großen Stil nach Minderjährigen suchen, schreibt Techcrunch. Das Netzwerk wird aber aufhören, die zu jungen Nutzer zu ignorieren, wenn Moderatoren auf sie stoßen. In den Nutzungsbedingungen von Facebook heißt es ganz klar: "Allerdings darfst du Facebook nicht nutzen, wenn Folgendes zutrifft: Du bist unter 13 Jahre alt." Die Bedingungen blieben genau so bestehen, nur die Richtlinien für Moderatoren hätten sich geändert, betonte ein Facebook-Sprecher. Für Kinder im Alter von 6 bis 12 hält Facebook ein eigenes Produkt parat: den umstrittenen Messenger Kids. (dbe)

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