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Facebook will seinen Messenger verschlanken – und ausbauen

Facebooks Messenger-Chef hat zugegeben, dass die App zu überladen sei – sie soll künftig schlanker werden. Bestimmte Funktionen will Facebook aber ausbauen, schließlich ist der Messenger ein "soziales Wohnzimmer für die Welt".

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Facebook

Für das noch junge Jahr hat Facebook große Pläne für seinen Messenger, die dessen Chef David Marcus in einem langen Eintrag erläuterte. Ein Ziel sei es, die App zu entschlacken. In den vergangenen Jahren haben die Entwickler viele Funktionen eingebaut, die nicht immer sinnvoll waren. Inzwischen sei die Messenger-App zu überladen. "Erwarten Sie, dass wir in diesem Jahr den Messenger massiv vereinfachen werden", schreibt Marcus. Schon jetzt gibt es mit dem "Messenger Lite" eine abgespeckte Version, die fürs einfache Chatten völlig ausreicht. Mit Lite lassen sich sogar Sticker verschicken.

Für den Messenger produziert Facebook sogar Tutorial-Videos. – Quelle: Facebook

Apropos Sticker: Die visuelle Kommunikation soll 2018 "explodieren", orakelt Marcus. "Die Leute erwarten eine super-schnelle und intuitive Kamera sowie Videos, Bilder, GIFs und Sticker in jeder Unterhaltung". Selbst auf der Arbeit, wo es insgesamt seriöser zugeht, sieht Facebook eine steigende Nutzung von Emojis und Videos. Insbesondere wird aber die Kinder-Version des Messengers verstärkt auf "visual first" und "lustige Filter" setzen. Für den ausgewachsenen Messenger verspricht Facebook ebenfalls mehr "visuelles Messaging".

Der Messenger soll außerdem die Kommunikation zwischen Kunden und Unternehmen weiter vereinfachen. Messenger seien ein wichtiger Kanal für den Kundenservice. Interne Studien von Facebook unterstützen diese Einschätzung: In einer Befragung gaben 56 Prozent an, dass sie einer Firma lieber via Messenger schreiben als zum Telefonhörer zu greifen. Für die Zukunft verspricht Facebook "mehr kreative Möglichkeiten", die aus dem Messenger einen "echten Kundenbetreuungskanal" machen sollen. Zudem will Facebook den Messenger zu einem Marketing-Kanal ausbauen, der auch für kleinere Firmen interessant sei.

Bereits vor fast drei Jahren kündigte Mark Zuckerberg auf seiner Entwicklerkonferenz F8 an, aus dem Messenger eine Plattform zu machen. Der Messenger verbinde zwei Relikte aus Vergangenheit, nämlich die Gelben Seiten und das Telefonbuch, erklärte zwei Jahre später David Marcus. Der Messenger sei nicht weniger als ein "soziales Wohnzimmer für die Welt". Vorbilder für diesen Ausbau gibt es in China und Japan, wo die Menschen sich längst daran gewöhnt haben, alle möglichen Dienstleistungen via Messenger und Smartphone in Anspruch zu nehmen.

In seinem Rückblick verrät David Marcus auch ein paar Zahlen zum Messenger: Freuen darf Facebook sich über 1,3 Milliarden Nutzer, die den Messenger "aktiv jeden Monat verwenden". Außerdem sind 200.000 Bots zumeist für Unternehmen im Einsatz und reagieren etwa auf Kundenanfragen. Facebook beobachtete im vergangenen Jahr auch eine Veränderung in der Kommunikation mit Freunden und der Familie – sie ist visueller geworden. Mehr als 500 Milliarden Emojis haben Gefühle ausgedrückt und 19 Milliarden GIFs haben Unterhaltungen unterhaltsamer gemacht. Das sei eine Menge ❤, schreibt Marcus. Die Videochats im Messenger haben sich im Vergleich zu 2016 auf 17 Milliarden verdoppelt. Mit Facebooks Assistenten M, den es in Deutschland nach wie vor nicht gibt, sprachen 100 Millionen Menschen. "Wir haben viel erreicht", schließt Marcus seine Zahlenparade ab, "aber wir haben noch so viel mehr zu tun." (dbe)

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