Facebook zahlt 550 Millionen US-Dollar wegen unerlaubter Gesichtserkennung

Weil Facebook unerlaubter Weise biometrische Daten von Nutzern bei der Gesichtserkennung sammelte, zahlt der Konzern 550 Millionen US-Dollar.

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(Bild: Cryptographer/Shutterstock.com)

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Mit einer Zahlung von 550 Millionen US-Dollar will Facebook einen seit 2015 laufenden Rechtsstreit beilegen, in dem es um das unerlaubte Sammeln biometrischer Daten der Nutzer ging. Der Vergleich ist noch nicht von einem Richter anerkannt worden.

Im US-Bundesstaat Illinois besagt der Biometric Information Privacy Act, dass die automatische Gesichtserkennung, und damit das Speichern und Sammeln der Daten, nur nach einer expliziten Einwilligung des Nutzers eingesetzt werden darf. Diese holte Facebook nicht ein. Um weitere Verhandlungen zu umgehen, die eventuell zu einer noch höheren Strafe geführt hätten, stimmte das soziale Netzwerk nun dem Vergleich zu, das geht aus dem jüngsten Quartalsbericht hervor.

Auch in Deutschland hatte der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar ein Verfahren gegen Facebooks Vorgehen eingeleitet. Nachdem das soziale Netzwerk die Funktion nach Beschwerden mehrerer europäischer Datenschützer entfernte, hat auch Casper das Verfahren 2013 eingestellt. Allerdings gibt es die Gesichtserkennung inzwischen wieder. Zwar macht Facebook die Vorschläge, Personen auf Fotos zu markieren, nicht mehr automatisch, Nutzer können es aber aktivieren. Damit soll die eigene Identität geschützt werden, etwa falls jemand ein Profil kopiert.

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(emw)