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Facebook zeigt mehr Werbung

Erstmals seit dem Herbst 2013 hat Facebook die Menge der gezeigten Werbung erhöht, und das gleich um fast 30 Prozent. Dabei gelang der Firma das Kunststück, gleichzeitig auch die Preise zu erhöhen.

Demo-Transparent "Hier könnte Ihre Werbung stehen"

(Bild: Alex Schröder CC-BY-SA 2.0)

Facebooks einzige nennenswerte Einnahmequelle ist das Reklamegeschäft. Im vierten Quartal 2015 konnte Facebook seinen Nettogewinn mehr als verdoppeln. Das gelang, weil Facebook 29 Prozent mehr Werbung gezeigt hat als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Erstaunlich dabei ist, dass auch der durchschnittliche Preis je Werbeeinblendung erhöht wurde, und das gleich um 21 Prozent.

Facebooks Finanzchef Dave (David) Wehner

(Bild: Facebook )

"Es ist wert, festzuhalten, dass es das erste Quartal seit dem dritten Quartal 2013 war, in dem wir die Gesamtmenge an Werbeeinblendungen im Jahresabstand erhöht haben", sagte Finanzchef Dave Wehner in einer Telefonkonferenz mit Börsenanalysten Mittwochabend. Auch im neuen Jahr will er mehr Werbung zeigen als bisher.

"Wir haben die Qualität und die Relevanz der Werbung erhöht, was uns in die Lage versetzt hat, mehr davon zu zeigen, ohne dem Nutzererlebnis zu schaden", fügte Wehner hinzu. Die Preiserhöhung spiegelt den Trend weg von Standcomputer und Laptop hin zur mobilen Facebook-Nutzung wieder. Reklame im Newsfeed auf Handys ist den Werbekunden mehr wert als auf dem Desktop. Zudem gibt es die billigeren Werbeplätze auf der rechten Seite der Desktopvariente auf dem Handy gar nicht.

Der Zuwachs der Reklamemenge ist zu einem großen Teil auf die Zunahme des Videokonsums zurückzuführen. Pro Tag schaut sich eine halbe Milliarde Facebook-User mindestens ein Video auf der Plattform an. Das heißt, sie verbringen auch immer mehr Zeit mit Facebooks Angeboten. Instagram, wo auch laufend mehr Werbung gezeigt wird, leistete einen kleineren Beitrag.

Die Videonutzung ist allerdings sehr ungleich über die Welt verteilt, was nicht zuletzt an unterschiedlich schnellen Mobilfunknetzen und unterschiedlichen Preisen für Datenübertragung liegt. Das zeigt sich auch in der größer gewordenen Differenz der Erlöse pro User, die Facebook erzielt.

In den USA und Kanada brachte im vierten Quartal 2015 jeder Nutzer 13,54 US-Dollar ein. Das sind gut 50 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In Europa waren es aber "nur" plus 30 Prozent auf 4,50 Dollar. Die Region Asien-Pazifik legte um 25 Prozent auf 1,59 Dollar zu. User im Rest der Welt brachten 1,22 Dollar ein (plus 30 Prozent). Sie bringen pro Kopf also weniger als ein Zehntel eines nordamerikanischen Users ein.

Die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift wird 2016 noch keine nennenswerten Einnahmen bringen.

(Bild: c't )

2015 hat Facebook hat viel Geld in den weiteren Ausbau seiner derzeitigen Kernprodukte gesteckt. Verdoppelt wurden die Investitionen in die Produkte der nächsten Generation, wozu das Management Whatsapp, Instagram und Messenger zählt. Und sogar verdreifacht wurden die Ausgaben für langfristige Projekte wie Oculus Rift, künstliche Intelligenz und die Anbindung noch nicht vernetzter Menschen.

"Wir werden 2016 mit signifikanten Investitionen in all diese Bereiche fortfahren", kündigte Wehner an. "Wir erwarten einen Zuwachs unserer Ausgaben von ungefähr 30 bis 40 Prozent im Gesamtjahr 2016." Das Unternehmen verdient so viel Geld, dass es es gar nicht mehr gewinnträchtig in das eigene Geschäft investieren kann.

Weil Zuckerberg aber nichts an die Aktionäre ausschütten will, steckt er das Geld in Wertpapiere. Der Wert des Portfolios wurde 2015 praktisch verdoppelt, nämlich auf 13,53 Milliarden US-Dollar. Das gesamte Geldvermögen des Konzerns hat sich im Jahresverlauf sogar um mehr als 8 Milliarden auf 21,65 Milliarden US-Dollar erhöht. Die Steuerlast des Konzerns will Wehner im laufenden Jahr auf unter 35 Prozent senken.

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