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Facebook zieht Nutzer zur Qualitätskontrolle heran

Seit der US-Präsidentschaftswahl 2016 wird Facebook wegen der Verbreitung von Falschmeldungen heftig kritisiert. Nach einem ersten Versuch, Recherche-Profis Warnzeichen setzen zu lassen, rekrutiert das Online-Netzwerk nun seine Mitglieder.

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(Bild: dpa, Jens Büttner/Symbolbild)

Facebook will den Kampf gegen Falschmeldungen stärker in die Hand der Nutzer selbst legen. "Als Teil unserer laufenden Qualitätsüberprüfungen werden wir die Leute nun fragen, ob sie eine Nachrichtenquelle kennen – und wenn ja, ob sie ihr vertrauen", erklärte Gründer und Chef Mark Zuckerberg am gestrigen Freitag.

Facebook war vor allem wegen der Flut von Falschmeldungen während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 in die Kritik geraten und versucht seit Langem, das Problem einzudämmen. In einem ersten Lösungsversuch hatte das Online-Netzwerk mit Medien-Organisationen zusammengearbeitet, die zweifelhafte oder falsche Berichte mit mittlerweile wieder abgeschafften Warnhinweisen versahen. Die Facebook-Gemeinschaft zu fragen, sei aber die objektivere Lösung, schrieb Zuckerberg nun. Facebook selbst wolle nicht entscheiden, was stimme und was nicht, bekräftigte er die bisherige Position des Unternehmens.

Das Online-Netzwerk hatte bereits vergangene Woche Veränderungen angekündigt, mit denen im Newsfeed der Nutzer – der Hauptansicht von Facebook – mehr Beiträge von Freunden und Verwandten und weniger von Medien und Unternehmen auftauchen sollen. Zuckerberg bezifferte nun erstmals den erwarteten Effekt: Facebook rechne damit, dass Nachrichten danach vier Prozent des Newsfeeds ausmachen werden statt zuvor fünf Prozent. Zugleich sollen Inhalte von Medien und Firmen höher gewichtet werden, über die im Freundeskreis diskutiert wird. Beobachter wiesen darauf hin, dass dadurch aber auch kontroverse falsche Berichte mehr Gewicht bekommen könnten.

Mit der nun vorgenommenen zweiten Anpassung, die Nachrichtenquellen nach Vertrauenswürdigkeit staffeln soll, könnte Facebook dieser Befürchtung entgegentreten. Auch jetzt wurden allerdings Stimmen laut, die vor einer ideologisierten Manipulation des Verfahrens warnten, zum Beispiel angesichts der verhärteten Fronten zwischen Liberalen und der Rechten in Amerika. Die Änderungen sollen in den USA bereits ab der kommenden Woche greifen.

Facebook lässt die Nutzer bereits seit 2016 zum Teil bewerten, ob sie Beiträge in ihrem Newsfeed informativ fanden. Nun solle geprüft werden, wie das Prinzip auf andere Bereiche ausgeweitet werden könne, hieß es in einem Blogeintrag. Zudem wolle das Online-Netzwerk stärker lokale Nachrichten in den Fokus bringen. (dpa) / (un)

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