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Technology Review

Twitter: "Facebookisierung" durch Tweetverlängerung ausgeblieben

Bei Twitter kann man seit etwas mehr als einem Jahr doppelt so lange Texte verfassen. Größere Auswirkungen hatte das angeblich nicht.

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"Facebookisierung" durch Tweetverlängerung ausgeblieben

(Bild: "Tropical Kingbird" / Kaaren Perry / cc-by-2.0)

Wer dereinst Texte mit mehr als 140 Zeichen bei Twitter publizieren wollte, musste zu Bildern oder Links zu Diensten wie TwitLonger greifen. Doch seit etwas mehr als einem Jahr hat die Firma aus San Francisoc die Tweet-Länger auf 280 Zeichen verlängert. Die Auswirkungen danach hielten sich in Grenzen – das behauptet zumindest Twitter selbst, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Lang oder kurz: Bei Twitter eigentlich egal").

Warnungen vor einer "Facebookisierung" des Kurznachrichtendienstes hatte es nach der im September 2017 erfolgten Ankündigung, die 2006 festgelegte Zeichenzahl bei Twitter zu verändern, viele gegeben. Genauere Stastitiken liegen allerdings seit Herbst nur für englischsprachige Länder vor. Dort sollen angeblich nur ein Prozent aller Tweets an der (neuen) 280-Zeichen-Marke kratzen, nur zwölf Prozent würden die (alte) 140-Zeichen-Grenze überhaupt überschreiten.

Stattdessen soll mehr Text pro Tweet sogar zu etwas mehr positiven Umgang der User untereinander geführt haben, Twitter nennt eine Steigerung bei Höflichkeitsformen wie "Danke" oder "Bitte". Zudem soll es weniger gräusliche Abkürzungen geben, die Twitter-CEO Jack Dorsey offenbar besonders störten.

"Eine kleine Veränderung, aber ein großer Schritt für uns", kommentierte Twitter-Boss Jack Dorsey (natürlich auf Twitter) die Änderung, die er am 26. September 2017 verkündete und die zunächst in "kleinen Nutzergruppen" eingeführt wurde, bevor sie die gesamte Userschaft erreichte. Und er verwendete die Bekanntgabe der Entscheidung gleich auch, ein wenig gegen das Feature nachzutreten, das den Dienst, den Traditionalisten noch immer als "Microblogging Service" titulieren, großgemacht hatte: "Willkürlich" seien jene 140 Zeichen gewesen, eben wegen des 160er Limits der SMS. "Ich bin stolz darauf, wie überlegt das Team ein echtes Problem gelöst hat, das die Leute beim Twittern hatten." Er versicherte, Kürze, Geschwindigkeit und "Essenz" des Dienstes blieben erhalten.

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(bsc)