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Facebooks Libra soll auch ein dezentrales Identitätssystem enthalten

Ein offenes und dezentrales System zur Nutzer-Identifizierung ist so etwas wie der Heilige Gral der Internet-Technik. Wird es jetzt von Facebook realisiert?

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(Bild: MS. Tech)

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Mit seinem Konzept für eine neue digitale Währung namens Libra hat Facebook Ende Juni für Aufsehen gesorgt. Doch die Pläne dahinter reichen noch weiter: In der umfangreichen Dokumentation erklärt das Unternehmen, eines der Ziele der Libra Association sei, "einen offenen Identitätsstandard zu entwickeln und zu fördern". Eine "dezentralisierte und portable digitale Identität" sei eine Grundvoraussetzung für finanzielle Inklusion und Wettbewerb. Doch ähnlich wie bei Libra als Währung melden Kritiker Zweifel daran an, wie weit die behauptete Dezentralisierung wirklich geht, berichtet Technology Review online in "Die radikale Idee für digitale Identität hinter Libra".

Theoretisch würde ein dezentralisiertes System zur Identifizierung für Internet-Nutzer bedeuten, dass sie sich nicht mehr auf die Login-Möglichkeiten von Facebook oder Google verlassen müssten, sondern sie selbst besitzen und kontrollieren. Dadurch könnten diese Informationen besser vor Hackern und Dieben geschützt sein, weil sie nicht auf den Servern von Unternehmen lägen. Dieses Konzept ist so etwas wie der Heilige Gral in der Welt der Internet-Technik, und Entwickler arbeiten seit Jahren daran. Große Unternehmen wie Microsoft oder IBM beschäftigen sich seit einiger Zeit ebenso mit dezentralisierten Identitätsanwendungen wie eine Reihe von Start-ups.

Allerdings lässt sich schwer sagen, wie dezentralisiert das Libra-Identitätssystem wirklich sein wird. So ist denkbar, dass die digitale Identifizierung nur innerhalb des Libra-Netzwerks funktionieren wird, bei dem Facebook eine Genehmigung zur Teilnahme verlangt. Anders als bei Bitcoin oder Ethereum, wo jeder mit der richtigen Hardware und einer Internet-Verbindung mitmachen und Transaktionen validieren kann, lässt Facebook nur identifizierte und genehmigte Anbieter zu. Bis zum Start soll es 100 solcher Knoten-Betreiber geben. Doch wenn ein Identitätsstandard auf nur 100 Unternehmen basiert, ist das "nicht dezentralisiert", sagt Wayne Vaughan, Mitgründer der Decentralised Identity Foundation, einem Konsortium von Unternehmen, die an Blockchain-Identitätslösungen arbeiten.

Mehr dazu bei Technology Review online:

(sma)