Facebooks Partnervermittlung verspätet sich wegen Datenschutzbedenken

Ab Donnerstag wollte Facebook in der EU Nutzer verkuppeln. Probleme mit dem Datenschutz führen zu einer Verschiebung in letzter Minute.

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Facebooks Europazentrale in Dublin - hier besorgten sich Mitarbeiter der irischen Datenschutzkommission am Montag Akten über Facebook Dating.

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

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Seit September versucht Facebook in 20 Staaten Paarungswillige zusammenzubringen. In der EU sollte das Facebook Dating genannte Angebot am heutigen Donnerstag online gehen. Daraus wird nichts. Der Datenkonzern hat seine Hausaufgaben in Sachen Datenschutz nicht rechtzeitig erledigt.

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Wie die irische Datenschutzkommission (DPC) am Mittwoch bekanntgegeben hat, wurde sie erst am 3. Februar über den geplanten Start von Facebook Dating informiert, also nur zehn Tage im Voraus. Und das offenbar mittels formlosem Memo: "Unsere Bedenken wurden durch den Umstand verstärkt, dass uns am 3. Februar keine Informationen und Dokumentationen über die Folgenabschätzung für den Datenschutz oder den bei Facebook Irland abgelaufenen Entscheidungsfindungsprozess gegeben wurden", bekrittelt die DPC.

Vergangenen Montag hat die DPC dann selbst in Facebooks EU-Hauptquartier in Irland Nachschau gehalten und sich dort die einschlägigen Akten besorgt. Das Wort Hausdurchsuchung vermeidet die DPC. In der Nacht auf Mittwoch hat Facebook dann mitgeteilt, das in den USA verfügbare Facebook Dating vorerst nicht in der EU zu lancieren.

EU-Bürger müssen damit bis auf Weiteres mit altvatrischen Methoden wie Gesellschaftstanz oder Grindr auf Partnersuche gehen. Gegen die Dating-App Tinder ermitteln die irischen Datenschützer übrigens ebenfalls. (ds)