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Fahrassistent soll Fußgänger vor Autos schützen

Ein Assistenzsystem von Bosch soll Autofahrern durch Brems- und Lenkunterstützung helfen, Kollisionen mit Fußgängern zu vermeiden.

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Bosch entwickelt ein Assistenzsystem für Autos, das Unfälle mit Fußgängern verhindern soll. 15,5 Prozent aller Verkehrstoten in 2014 seien Fußgänger gewesen, erklärt das Unternehmen dazu. Das System soll 2018 serienreif sein und den Fahrer vor einer drohenden Kollision mit einem Passanten beim Bremsen und Ausweichen unterstützen. Als Sensor nutzt es die Stereo-Kamera von Bosch, die bereits in Serienfahrzeugen verbaut wird.

Der Ausweichassistent greift in die Lenkung ein und hilft dem Fahrer, einem Fußgänger auzuweichen, um eine Kollision zu vermeiden.

Die Kamera liefert ein dreidimensionales Bild der Umgebung vor dem Auto, anhand dessen der Computer Fußgänger, Gegenverkehr und andere Hindernisse erkennt. Er kann Abstände und Bewegungsvektoren berechnen. Droht ein Unfall mit einem Fußgänger, warnt der Assistent und unterstützt beim Bremsen. Lässt sich der Unfall dadurch nicht vermeiden, berechnet ein Bordcomputer in weniger als einer zehntel Sekunde eine Ausweichroute. Reagiert der Fahrer mit einer Lenkbewegung, unterstützt ihn der Assistent beim Lenken. Projektleiter Dr. Lutz Bürkle sagte, dass sich mit der Unterstützung durch den Assistenten 60 Prozent der Zusammenstöße vermeiden ließen, wenn der Fahrer mindestens eine halbe Sekunde vorher auf die Warnung des Systems reagiert. Das hätten Untersuchungen belegt.

Die Kamerabilder zu interpretieren und die Fahrsituation korrekt zu analysieren sei sehr anspruchsvoll. Damit der Computer die Ausweichroute exakt planen kann, muss er wissen, wo sich der Fußgänger nach einer Sekunde befinden wird. Bürkle und sein Team entwickeln die Algorithmen dafür. Diese könnten für weitere Assistenten genutzt werden. Geplant sei ein Engstellenassistent, der den Fahrer dabei unterstützt, kollisionsfrei etwa durch zugeparkte Straßen zu lenken.

Bosch entwickelt die Assistenzsysteme im Rahmen des öffentlich geförderten Verbundprojekts UR:BAN. Darin haben sich 31 Firmen aus dem Auto- und IT-Sektor sowie Universitäten und Städte zusammengeschlossen. Ziel der Zusammenarbeit sind Fahrerassistenz- und Verkehrsmanagementsysteme für das städtische Umfeld. Finanziell unterstützt wird das Projekt vom Bundeswirtschaftsministerium.

Die Assistenzsysteme sind laut Bosch Bausteine für hochautomatisiert fahrende Autos. Das Unternehmen plant bis 2020 ein System, das hochautomatisiertes Fahren auf der Autobahn ermöglichen soll -- ohne ständige Überwachung durch den Fahrer. Es soll außer Radarsensoren auch die Stereokamera nutzen. Als Ziel nennt Bosch auch hier, Autofahren sicherer zu machen. Denn an 90 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle sei menschliches Fehlverhalten schuld. (ad)