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Fahrdienstleiter von Bad Aibling chattete kurz vor dem Unglück

Er wusste, dass er im Dienst die Finger von seinem Handy lassen muss – und spielte dennoch damit. Der Angeklagte im Prozess um das Zugunglück von Bad Aibling hat es gestanden. Am vierten Verhandlungstag drehte sich viel um die verbotene Smartphonenutzung.

Fahrdienstleiter von Bad Aibling chattete kurz vor dem Unglück

Bergungsarbeiten am Unfallort bei Bad Aibling

(Bild: dpa)

Der wegen fahrlässiger Tötung angeklagte Fahrdienstleiter von Bad Aibling hat am Morgen des Zugunglücks in Oberbayern mehrmals auf seinem Handy mit Mitspielern eines Online-Videospiels gechattet. Dies sagte am Montag ein Mitarbeiter jener Firma aus, deren Spiel der 40-Jährige gespielt hatte. Ein Chat erfolgte den Aufzeichnungen der Firma zufolge rund zwölf Minuten vor dem Zusammenstoß der beiden Nahverkehrszüge am 9. Februar. Bei dem Zugunfall starben zwölf Menschen, 89 wurden teils lebensgefährlich verletzt.

Die Befragung des Firmenmanagers aus Rumänien vor dem Landgericht Traunstein ergab auch, dass der Fahrdienstleiter sein Handy aktiv bedienen musste, um online spielen zu können. Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn gestanden, bis kurz vor dem Unglück auf seinem Smartphone gespielt zu haben. Bei dem Fantasy-Rollenspiel "Dungeon Hunter" geht es darum, Dämonen auszulöschen, ließ der Zeuge durch seine Dolmetscherin übersetzen. "Es gibt auch Monster, die man töten muss." Der Spieler kann dazu Waffen online "dazu kaufen" und sich mit Mitspielern verbünden. Es gibt unter den Hunderttausenden Spielern weltweit ein Ranking, wer der beste ist.

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Der Mitarbeiter sagte aber auch, dass er nicht alle Details von "Dungeon Hunter" kenne. Mehrere Fragen des Gerichts zur konkreten Nutzung des Spiels durch den Fahrdienstleiter konnte der 36-Jährige nicht beantworten. (dpa) / (mho)

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