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Fahrerlose U-Bahn nimmt in Nürnberg offiziell den Betrieb auf

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Zwei Jahre später als ursprünglich geplant fiel gestern in Nürnberg der Startschuss für den Regelbetrieb der ersten automatisierten U-Bahn-Linie in Deutschland. Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly weihte zusammen mit Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und weiteren Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft die künftig führerlos fahrende Linie U3 ein. Sie verkehrt jetzt auf einer 6,5 Kilometer langen Strecke zwischen den Bahnhöfen Maxfeld und Gustav-Adolf-Straße. Anfang Mai fanden bereits einige Testfahrten statt.

Alle Vorgänge wie das Anfahren, Beschleunigen und Bremsen sowie das Öffnen und Schließen der Türen bei den neuen U-Bahn-Zügen der Baureihe DT3 werden automatisch von Rechnern gesteuert. Mitarbeiter in einer zentralen Service-Leitstelle überwachen den Betrieb. In der nächsten Phase soll nun auch die gesamte U 2 auf der Strecke von Röthenbach zum Nürnberger Flughafen auf den automatischen Betrieb umgestellt werden. Dadurch erhofft sich die Stadt, die Züge bedarfsgerechter einsetzen zu können, Wartezeiten zu reduzieren und mehr Fahrgäste befördern zu können.

Weltweit einmalig an dem 600 Millionen Euro teuren Projekt RUBIN (Realisierung einer automatisierten U-Bahn in Nürnberg), das die Stadt Nürnberg, die Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG) und Siemens gemeinsam umsetzen, ist der Mischbetrieb von fahrerlosen und von Fahrern gesteuerten Zügen auf einem gemeinsamen Abschnitt. Führerlose Züge, beispielsweise in Kopenhagen, waren bislang aufgrund von Sicherheitsbedenken ausschließlich allein auf abgeschotteten Strecken unterwegs. Gespannt verfolgen angeblich auch Städte wie Helsinki, Paris und Hongkong das Nürnberger Projekt. Dort soll die Automatisierung bestehender Linien teilweise schon beschlossene Sache sein. (boi)

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