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Fahrtenbuch live: Mit dem Elektroauto vom Flachland in die Alpen

Die begrenzte Reichweite gilt als Achillesferse heutiger Elektroautos. Doch wie schaut es in der Praxis aus? Wir machen uns auf den Weg – vom hohen Norden rund 720 Kilometer nach Österreich.

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Vom Flachland Richtung Alpen: Unterwegs im E-Auto

Der Nissan Leaf Tekna 30 kWh hat laut Europäischem Normfahrzyklus eine Reichweite von 250 km. Mal sehen, was davon unter realen Bedingungen übrig bleibt.

Das Elektroauto: Ein Nissan Leaf Tekna 30 kWh. Die Fahrer: Zwei c't-Redakteure aus dem Heise-Stammsitz in Hannover (einer für die Hinfahrt, einer für die Rückfahrt). Das Ziel: Ein Zukunftshaus im wunderschönen Kollerschlag in Österreich.

Mit einer Reichweite von 250 Kilometern nach dem Europäischen Normfahrzyklus kommt man da nicht in einem Rutsch durch. Aber wie lange werden wir tatsächlich unterwegs sein? Und wie und wo klappt das Aufladen? Begleiten Sie uns in unserem Online-Tagebuch in dieser Meldung. Falls Sie Fragen rund um die Fahrt und Elektroautos haben, rufen sie den Fahrer an (+49 171 1469456) oder kontaktieren Sie ihn über Google+ (ctonwheels).

7. Juni, 19 Uhr: Startvorbereitungen

7. Juni, 21 Uhr: Der Wagen ist beladen, nun kanns losgehen. Aber erstmal die Route programmieren.


7. Juni, 23 Uhr: Etappe 1 führte über circa 110 km nach Nörten. Mit Restweite 70 km eingetroffen. Die Ladung übernimmt der Wirt vom Ratskeller. Der Leaf steht bei der Kirche.

Etappe 1: Ziel Nörten-Hardenberg (3 Bilder)

Warum Nörten-Hardenberg? Ganz einfach: Dort steht die erste Stromzapfsäule auf der Route nach Österreich.

8. Juni, 8:30 Uhr: Der Wagen hat über Nacht aufgeladen, auf gehts zu ersten "richtigen" Etappe. Über Glympse können Sie die Route verfolgen. Auf dem Google+-Profil lässt sich der aktuelle Standort ebenfalls einsehen.

8. Juni, kurz nach 9 Uhr: Inzwischen in Kassel und noch genug Restreichweite bis zur nächsten Schnelladestation. Die "Ladeangst" schwindet allmählich ... weiter gehts.

8. Juni, kurz nach 10 Uhr: Zum "Tanken" den Autohof Lohfeldener Rüssel angefahren. Dank Schnellladestation wird das kein besonders langer Stopp.

Etappe 2: Über Kassel Richtung Süden (8 Bilder)

Upps, das Smartphone hat auf dem Elektroauto übernachtet. Glücklicherweise sind die Einwohner in Nörten vertrauenswürdig ...

8. Juni, kurz vor 11 Uhr: Das Laden dauert aber doch lange genug, um Zeit für ein kurzes Frühstück zu finden.

8. Juni, 12:30 Uhr: Mittlerweile in Fulda angekommen. Am Rasthof bekommt der Fahrer eine Currywurst und der Leaf die nächste Schnellladung. Letzteres klappt ohne Bargeld und Kartenzahlung viel einfacher und bequemer als gedacht.

Seit dem Start in Hannover wurden in rund vier Stunden Fahrzeit etwa 270 Kilometer abgespult. Bis zum Ziel sind es aber noch rund 450 Kilometer ...

8. Juni, kurz nach 13 Uhr: Der Strom ging fast schneller rein als Wurst und Pommes runter. Nun startet die nächste Etappe von Fulda nach Nürnberg. Das sind etwas über 200 Kilometer – je nach Verkehr klappt das vielleicht sogar ohne Zwischenstopp.

8. Juni, kurz vor 15 Uhr: Bei einer Pause kurz hinter Würzburg gibt es Gratis-Strom – das Angebot kann man kaum ausschlagen. Voll geladen gehts nun auf die verbleibenden 340 Kilometer.

Etappe 2: Tankstopp (3 Bilder)

Die Ladung an dieser Säule kostet nichts.

8. Juni, 17:00 Uhr: Zwischen Nürnberg und Regensburg steht eine weitere Pause an. Bis jetzt ziemlich genau 500 Kilometer geschafft. Eine weitere Premiere: Gesellschaft an der Ladesäule.

Etappe 2: Tankstopp 2 (2 Bilder)

Zwei Nasenlader.

Ein getarnter BMW im Windschatten: Das kann ein E-Auto beim Stromsparen sein. Aber vielleicht schaut sich der Fahrer auch einfach nur gerne LKW aus der Nähe an.

8. Juni, 18:30 Uhr: Nach rund 500 Kilometern im Hotel in Parsberg angekommen. Auf der letzten Etappe blieb es bei E-Auto-Gesellschaft: Der Renault, der beim vorherigen Stopp neben unserem Leaf tankte, gehört einem Mitglied des Forums beim Elektroauto Blog GoingElectric. Sein Fahrer Martin fuhr auf den letzten Kilometern als Begleitung mit.

Zwischendrin gab es auch eine weitere (mögliche) E-Auto-Begegnung: Der mäßig getarnte Testwagen von BMW hatte sich sehr auffällig im Windschatten eines LKW ziehen lassen.

8. Juni, 21:30 Uhr: Ein langer Tag neigt sich dem Ende. Fahrer und Auto sind heile angekommen und haben sich akklimatisiert. Zeit für das Fazit des Tages und um einige der vielen Fragen zu beantworten, die im Laufe des Tages eingetrudelt sind.

9. Juni, 10:00 Uhr: Weiter geht die Fahrt, aber erstmal muss nachgeladen werden und da kann mal bilanziert werden, wie teuer solch ein Trip eigentlich ist.

9. Juni, 12:00 Uhr: Auf der Landstraße lohnt es sich, das Radio abzustellen und nicht nur dem Auto sondern auch der Umgebung zuzuhören.

Am Donnerstag ist der Fahrer schließlich nach zwei Tagen Fahrt angekommen. Gemeinsam mit Stefan Porteck bilanzierte Sven Hansen den Trip nach Süden.

Stefan Porteck wiederum hat sich inzwischen auf die Rückreise gemacht und will deutlich schneller durchkommen. (Sven Hansen, Stefan Porteck) / (sha)

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