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Fake-News: Facebook schafft Warnhinweise wieder ab

Facebook will Falschmeldungen nicht mehr mit einem Warnhinweise kennzeichnen. Stattdessen zeigt das soziale Netzwerk nun weiterführende Artikel an, die den Nutzer mit Fakten versorgen.

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Facebook

(Bild: dpa, Arno Burgi)

Im Frühjahr dieses Jahres führte Facebook Warnhinweise ein, die "umstrittene Artikel" deutlich kennzeichneten. Das sollte die Nutzer vor Fake-News schützen. Doch nun schafft Facebook die Markierung wieder ab und zeigt stattdessen "verwandte Artikel" (Related Articles) aus vertrauenswürdigen Quellen an. Sie sollen zuverlässige Informationen liefern und den Nutzern dabei helfen, Falschmeldungen richtig einzuordnen. Facebook hatte die "Related Articles" im Jahr 2013 eingeführt, um Meldungen mit themenverwandten Inhalten zu ergänzen.

Falschmeldungen ergänzt Facebook künftig mit verwandten Artikeln, die mehr Fakten liefern.

(Bild: Facebook)

Bislang hatte Facebook umstrittene Inhalte mit einem roten "Disputed"-Tag deutlich gekennzeichnet. Zuvor mussten mindestens zwei unabhängige Organisationen den betroffenen Inhalt als Falschmeldung einstufen. Das war mitunter ein langer Prozess, der Tage dauerte – einer der Gründe, warum Facebook die Kennzeichnung nun wieder entfernt.

Die Markierung habe zwar die Nutzer schnell informiert, dass ein geteilter Artikel umstritten ist. Allerdings fiel es ihnen schwer, zu beurteilen, was genau falsch an einem Artikel war, erklärt Facebook. Zudem habe die Markierung nicht den gewünschten Effekt erzielt – sondern oft genau das Gegenteil. Untersuchungen zeigen, dass die deutliche Kennzeichnung eines Artikels die Ansichten der Nutzer sogar bestärken kann. Eine Studie der renommierten Yale-Universität zeigte außerdem, dass die Kennzeichnung nicht viel nützt. Facebook will künftig genauer analysieren, wie die Nutzer entscheiden, ob eine Information korrekt ist oder nicht, basierend auf den verwendeten Nachrichtenquellen.

Die "verwandten Artikel", die unter einem umstrittenen Eintrag zu sehen sind, sollen mehr Kontext liefern. Dies sei der effektivere Weg, um echte Fakten zu den Nutzern zu bringen, erklärt Facebook-Produktmanagerin Tessa Lyons. Die verwandten Artikel neben einer falschen Nachrichtenstory führten außerdem dazu, dass sie seltener geteilt wurden, als wenn sie nur als "umstritten" markiert gewesen wären.

Facebook will künftig "bessere Techniken und mehr Leute" einsetzen, um die Ausbreitung von Fake-News zu verhindern. "Wir machen insgesamt Fortschritte", schreibt Lyons. Die als Fake-News eingestuften Inhalte verlieren 80 Prozent ihres Traffics – und damit auch den wirtschaftlichen Anreiz, solche Meldungen zu verbreiten. Es gebe aber noch eine Menge zu tun. (dbe)

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