Fake News: Niedersachsen will Medienkompetenz fördern

Mit Unterrichtsmaterialien und einer App versucht das Niedersächsische Kultusministerium, Medienkompetenz an Schulen zu fördern. Schüler sollen lernen, Falschmeldungen und Social Bots zu erkennen.

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(Bild: dpa, Monika Skolimowska)

Von
  • Jan Mahn

Mit der Kampagne "Stop Fake News!" versucht das niedersächsische Kultusministerium, Schüler im Umgang mit Medien und dem Internet zu sensibilisieren. Am Dienstag hat das Ministerium dazu eine eine Sammlung mit Unterrichtsmaterialien veröffentlicht. Lehrer sollen dadurch einfacher Einheiten über Medienkompetenz im Deutsch-, oder Geschichtsunterricht einbauen können. Parallel dazu soll eine Smartphone-App bei der Einordnung von Fake News helfen.

Anhand der Materialien sollen Lehrer ihren Schülern Erkennungsmerkmale von unseriösen Quellen und Falschmeldungen mitgeben und mit praktischen Beispielen zum kritischen Umgang mit Informationen anregen können. "Sie müssen sich in der Fülle von Informationen zurechtfinden, Wichtiges von Unwichtigem, seriöse von unseriösen Quellen unterscheiden können. Sie müssen verstehen, wie Nachrichten gemacht und wie sie verbreitet werden", sagte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) bei der Vorstellung.

Die Arbeitsblätter und Filme befassen sich mit rechtsextremen Inhalten, Quellenkritik und Begriffen wie Filterblase und Social Bot. Die Themen sind bereits in Unterrichtseinheiten aufgeteilt und für Schüler ab der neunten Klasse konzipiert. Eine Verpflichtung zum Einsatz im Unterricht gibt es nicht, vielmehr handelt es sich nach Aussagen der Ministerin um ein Angebot an die Lehrer.

Zusätzlich wurde die App "Fake News Check" vorgestellt, die für Android und iOS kostenlos erhältlich ist. Anhand von 19 Fragen soll sie auf auf Anzeichen von Fake News hinweisen. In den Fragen geht es um Gefühle, die durch den Text ausgelöst werden, den Schreibstil, übertriebene Formulierungen und reißerische Überschriften. Außerdem soll der Nutzer den Autor und den Rahmen der Veröffentlichung bewerten. Nachdem alle Fragen mit Buttons und Schiebereglern beantwortet wurden, zeigt die App auf einer Ampel die Wahrscheinlichkeit einer Falschmeldung an.

Nicht nur von staatlicher Seite wird versucht, Internetnutzer zum kritischen Umgang mit Texten, Bildern und Videos zu bewegen. Im April begann Facebook, eine Sammlung von zehn Tipps zum Erkennen von Fake News im eigenen Netzwerk in der Timeline anzuzeigen. (jam)