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Falsche DL-Firmware für NEC-Brenner

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Im Internet kursiert neuerdings eine Firmware, die aus dem normalen 8X-DVD-Brenner ND-2500A die Version ND-2510A machen soll, die zweilagige DVD-Rohlinge (DVD+R DL) mit 8,5 GByte Speicherkapazität brennen kann. Laut NEC funktioniert die Firnware hingegen nicht mit dem ND-2500A, da für das Bespielen einer DVD+R DL die Laseroptik genau justiert werden muss. Diese Justage müsse bei der Herstellung erfolgen und könne nachträglich nicht durchgeführt werden. Daher sei es nicht möglich, dem ND-2500A das Beschreiben einer DVD+R DL nachträglich per Firmware-Update beizubringen. Selbst wenn es vereinzelt klappen sollte, sei die Gefahr eines Fehlbrandes sehr hoch und die DL-Rohlinge würden sehr hohe Fehlerraten jenseits der Spezifikationen zeigen. NEC weist ausdrücklich darauf hin, dass jedwede Garantieansprüche erlöschen, wenn eine nicht offizielle Firmware auf die Brenner aufgespielt wird.

Der offizielle ND-2510A, der zweilagige Medien mit 8,5 GByte von Haus aus mit 2,4X beschreiben kann, soll Anfang Juni in den Handel kommen, ein Preis steht noch nicht fest.

c't testete in seiner aktuellen Ausgabe 11/04 bereits den ersten Double-Layer-DVD-Brenner von Philips nebst den ersten DL-Medien von Mitsubishi Kagaku Media. Der DVDR885P von Philips beschreibt nur das Plus-Format und brennt einlagige DVDs mit 8X in etwas über acht Minuten und zweilagige DVD+R DL in gut 45 Minuten. Eine Analyse im Labor von Audiodev zeigte, dass das gebrannte DL-Medium weitestgehend innerhalb der Spezifikation bleibt und insgesamt eine gute Brennqualität aufweist.

Probleme ergaben sich mit den Book-Type-Kennungen. So ist es mit dem Philips-Brenner möglich, die DL-Rohlinge als "DVD-ROM" oder als "DVD+R DL" auszuweisen. Über 80 Abspielgeräte mussten im Test die gebrannten DL-DVDs einlesen. Dabei ergab sich mit der "DVD-ROM"-Kennung eine sehr gute Abspielrate bei DVD-Playern und DVD-Videorecordern. Bei PC-Laufwerken fiel die Abspielkompatibilität allerdings deutlich geringer aus. Am schlimmsten sah es mit Medien aus, die die Book-Type-Kennung "DVD+R DL" trugen. Diese konnte beispielsweise kein einziger DVD-Videorecorder lesen.

Manche Laufwerke hatten Schwierigkeiten mit dem Layer-Wechsel und weigerten sich, den zweiten Layer abzuspielen. Dies spiegeln beispielsweise auch die Ergebnisse des Programms KProbe wider, das die Fehlerraten der Medien mit LiteOn-Laufwerken testet und sehr hohe Fehlerraten auf dem zweiten Layer anzeigt. Die in zahlreichen User-Foren diskutierten Ergebnisse geben aber lediglich wieder, wie gut die DL-Medien auf dem jeweiligen LiteOn-Laufwerk abspielbar sind. Sie lassen jedoch keine allgemeinen Aussagen über die Brennqualität zu.

Philips will den DVDR885K ab Ende Mai für 129 Euro verkaufen. Auf entsprechende DL-Medien wird man allerdings noch länger warten müssen. Mitsubishi Kagaku Media (hierzulande unter dem Namen Verbatim bekannt) will erst im Juni/Juli größere Stückzahlen für schätzungsweise etwa 5 Euro pro Disc in den Handel bringen. Ab Juli wollen andere Hersteller wie Ricoh oder Ritek nachziehen.

Den ausführlichen Bericht mit allen Testergebnissen bringt c't in der aktuellen Ausgabe: (hag)

  • Doppel-Whopper auf dem Grill, Philips brennt als erster DVD-Rohlinge mit 8,5 GByte, c't 11/2004, S. 126