Menü
Update

Familienministerin unterstützt Facebooks Kompetenzinitiative

vorlesen Drucken Kommentare lesen 90 Beiträge

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat zusammen mit Facebook ein Projekt zur Stärkung der Kompetenz von Jugendlichen und Erwachsenen in sozialen Medien und Netzwerken gestartet. "Es geht längst nicht mehr darum, ob wir Soziale Netzwerke gut oder schlecht finden. Soziale Netzwerke sind Realität", erklärte die Ministerin am Dienstag in Berlin. Gerade Jugendliche müssten deshalb fit gemacht werden, selbstbestimmt und verantwortungsbewusst damit umzugehen. "Hier sind neben Eltern und Pädagogen auch die Plattformbetreiber in der Pflicht."

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder will Jugendliche fit für Soziale Netzwerke machen

(Bild: Bundesfamilienministerium)

Das Projekt mit dem Namen "Social Media Advisory Roundtable" (SMARt) wird von der Stiftung Digitale Chancen in Kooperation mit Facebook und der Berlin Media Professional School an der Freien Universität Berlin umgesetzt. Jugendliche sollen dort zusammen mit Eltern, Pädagogen, Jugendmedienschutz-Experten Strategien zur Stärkung der Medienkompetenz in Sozialen Netzwerken entwickeln und Erwartungen an Plattformbetreiber formulieren. Die Ergebnisse sollen auf dem jährlichen "Social Learning Summit" der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Mit der Schirmherrschaft für das von Facebook geförderte Projekt setzt sich Schröder deutlich von ihrer Kabinettskollegin Ilse Aigner (CSU) ab. Aigner ist als Kritikerin von Facebook bekannt. Sie wirft dem Online-Netzwerk unter anderem einen mangelnden Schutz der Privatsphäre der Nutzer vor. Zuletzt hatte Aigner im Februar eine Kartellprüfung von Facebook ins Gespräch gebracht, da Facebook eine so große Marktmacht aufgebaut habe, dass Gewerbetreibende an diesen Medium nicht mehr vorbeikämen.

[Update 22.05.2012 16:35]:

Der Sprecher von Schröders Kabinettskollegin Aigner bekräftigte die Kritik der Verbrauscherschutzministerin an Facebook. Er betonte, das Bundesverbraucherministerium habe sich bewusst dagegen entschieden, sich "an dieser PR-Kampagne" zu beteiligen. "Wenn Facebook wirklich etwas für Kinder und Jugendliche tun möchte, kann das Unternehmen endlich die Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen verbessern», sagte Aigners Sprecher. "Dies wurde oft angekündigt, aber bis heute nicht umgesetzt." Es sei gut, wenn sich ein Konzern wie Facebook um Medienkompetenz der Internetnutzer kümmert. "Dies sollte allerdings nicht nur durch gesponserte Aufklärungsmaßnahmen geschehen, sondern vordringlich durch aktive Maßnahmen wie einen umfassenden Datenschutz im Netzwerk selbst." Die Defizite bei Facebook werde die Ministerin auch deutlich machen, wenn sie in dieser Woche in Berlin erneut mit führenden Facebook-Managern aus Deutschland und USA treffen werde. (mit Material der dpa) / (anw)

Anzeige
Zur Startseite
Anzeige