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Far Cry New Dawn angespielt: Mikrotransaktionen überleben den Fallout

New Dawn spielt in derselben Region wie Far Cry 5. Der Seed-Kult ist nach einer Atombombenexplosion fast völlig vernichtet – nicht aber die Mikrotransaktionen.

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Far Cry New Dawn angespielt: Mikrotransaktionen überleben den Fallout

(Bild: Ubisoft)

Nur 17 Jahre nach dem apokalyptischen Ende von Far Cry 5 hat sich Montana vom nuklearen Bombardement erholt. Neue Pflanzen überwuchern in "New Dawn" nun plötzlich die Highways und Kirchen des Vorgängers, und aus den Bunkern kriechen die Überlebenden, um sich ein neues Zuhause zu schaffen. Doch die zivilisatorischen Erneuerer treffen bald auf Widerstand.

Anstatt der Kultisten-Familie aus dem Vorgänger macht eine große Gang postapokalyptischer Punks den Helden zu schaffen. Geführt wird die brutale Truppe mit Hang zu neonpinken Graffiti von Zwillingsschwestern, deren Highwaymen und Highwaywomen die Siedlungen bedrohen. Deren Taktiken ähneln sehr denen des Seed-Kultes, und so wiederholen sich die Mechaniken: Tanklaster abfangen, Patrouillen erlegen, Geiseln befreien, Gehöfte erobern.

Eine neue Mechanik gibt es bei der Rückeroberung von Stationen. Hat man den Schwestern eine Barackenstadt abspenstig gemacht, kann man diese als Stützpunkt ausbauen – oder sie ausplündern und aufgeben. Dies führt dazu, dass man einerseits mehr Ethanol erhält, die wichtigste Ressource des Spiels. Andererseits ziehen dann die Highwaymen wieder in ihr altes Quartier ein, mit deutlich aufgestockten Truppen. Jede neue Eroberung wird durch Mörser, Panzertruppen und Kampfhunde erschwert.

Der nukleare Krieg hat weite Teile von Hope Country, der Karte des Vorgängers, unbewohnbar gemacht, was zu einer deutlichen Verkleinerung führt. Auch andere liebgewonnene Mechaniken kehren in reduzierter Form zurück. Das Rekrutierungssystem etwa bietet acht Spezialisten, unter anderem eine uralte Scharfschützin und ein gezähmtes Wildschwein. Mit 25 Perks lässt sich der eigene Charakter weiterentwickeln, deutlich weniger als beim Vorgänger. Noch drastischere Einschnitte gibt es allerdings beim Arsenal.

Schon Far Cry 5 bot erstaunlich wenig Abwechslung in seiner Waffenkammer. Diese wurde noch mal deutlich reduziert. Auf der ersten Entwicklungsstufe gibt es von jeder Gattung nur eine einzige Waffe: ein Revolver, eine Pistole, ein MG etc. Der Flammenwerfer ist ebenfalls zurück, und so spektakulär und nutzlos wie im Vorgänger. Will man bessere Waffen, muss man sich entweder genug Punkte erarbeiten – oder sie einfach kaufen.

Far Cry New Dawn angespielt (7 Bilder)

Nicht mal ein Nuklearkrieg kann die Schönheit Montanas dauerhaft stören. 17 Jahre nach Far Cry 5 erobert die Natur in New Dawn das Ödland zurück - mit einer Vorliebe für Pink.
(Bild: heise online)

Denn nicht nur Kakerlaken können den nuklearen Fallout problemlos überstehen, sondern auch fragwürdige Finanzierungsmodelle. Der Kauf von Far Cry Credits ermöglicht es, das schmale Arsenal schneller um schallgedämpfte Sturmgewehre oder mächtige Jagdwaffen zu erweitern. Und der schnell steigende Schwierigkeitsgrad bei wiederholten Rückeroberungen kann durchaus dazu verführen, sich eine Abkürzung zu erkaufen.

Trotz des enttäuschenden Waffenspiels und teils unbeständiger KI: in vielen Bereichen kann New Dawn punkten. Die farbenfrohe Landschaft ist eine schöne Abkehr vom Graubraun anderer Dystopien, die Charaktere sind sympathisch und Waffen wie der Sägeblattwerfer eine gelungene Ergänzung. Selbst die Story hält spannende Wendungen bereit, und erzählt sogar das letzte Kapitel der Seed-Saga. Far Cry New Dawn ist etwas kleiner als der Vorgänger, dafür aber auch günstiger.

Far Cry New Dawn (ab 24,99 €) ist seit dem 15. Februar für PS 4, Xbox und Windows erhältlich. Für unser Angespielt haben wir die Playstation-Version ein paar Stunden getestet. (dahe)