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Fast 40 Prozent der Arbeitskräfte in der EU fehlt digitales Know-how

Die EU-Kommission macht in einem Bericht eine wachsende Kluft bei digitalen Qualifikationen aus und stellt Zahlen zur Gig-Economy vor.

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(Bild: dpa, Patrick Pleul)

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In der EU haben knapp 40 Prozent der Beschäftigen keine oder fast keine digitalen Kenntnisse. Das geht aus dem Bericht über den "Wandel der Arbeit und der Fähigkeiten im digitalen Zeitalter" hervor, den die Gemeinsame Forschungsstelle der EU-Kommission (JRC) am Dienstag vorgestellt hat. Die Zahl der Absolventen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik liegt in vielen EU-Ländern weiter unter dem Bedarf.

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Digitalisierung und Automatisierung verändern "Millionen von Jobs" in der EU, heißt es in dem Bericht der EU-Kommission. Dabei würden nicht einfach bestehende Arbeitsplätze zerstört, vielmehr änderten sich die Beschäftigungsfelder, weswegen sich viele Mitarbeiter neue Methoden und Werkzeuge aneignen müssten. Dazu kämen auch viele völlig neue Aufgaben. Die "ultimative Barriere" für eine Automatisierung stelle eine auf Menschen ausgerichtete Arbeitsorganisation dar. Kreativität und soziale Beschäftigungsbezüge lägen jenseits der gegenwärtigen Fähigkeiten selbst fortgeschrittener Künstlicher Intelligenz.

In den Mitgliedsstaaten gebe es immer mehr neue Beschäftigungsformen wie Gelegenheitsarbeit, Homeoffice oder digital-gestützte Formen der Selbständigkeit. Dies liege zum einen daran, dass die Technik Anreize für Arbeitgeber schaffe, Tätigkeiten aus dem Betrieb heraus zu verlagern. Zugleich erlaube sie es Beschäftigten, etwa von zuhause aus oder in neuen Strukturen zu arbeiten.

Rund elf Prozent der 16- bis 74-Jährigen haben sich bereits in der Gig-Economy verdingt, haben also kurzfristige Tätigkeiten über Crowdworking-Plattformen wie Amazons Mechanical Turk, Deliveroo, InnoCentive, Lieferando, LiveOps, Lyft oder Uber ausgeführt. 2017 waren es 9,5 Prozent. Als Haupterwerb bezeichnen Clickworking 1,4 Prozent der arbeitenden Bevölkerung.




Die Kommission hat nach eigenen Angaben bereits diverse Schritte eingeleitet, um die Gesellschaft auf die Herausforderungen einzustimmen und soziale Härten abzufedern. Sie verweist auf eine jüngst beschlossene Richtlinie, wonach die Arbeitsbedingungen nicht-selbständiger "digitaler Tagelöhner" zumindest transparenter und verlässlicher werden sollen. Für den langfristigen EU-Haushalt für die Jahre 2021 bis 2027 habe sie ein Programm für das "digitale Europa" mit vielen auf den Arbeitssektor bezogenen Komponenten in Höhe von 9,2 Milliarden Euro vorgeschlagen. (anw)