Menü

Fed-Präsident sieht keinen Bedarf für staatlichen Digital-Dollar

Werden die USA eine offizielle Digitalwährung herausbringen? Der Chef ihrer Zentralbank sieht derzeit keinen Bedarf dafür, erklärte er auf Anfrage.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 8 Beiträge

Bitcoins gibt es seit 2009, sie werden vor allem bei Geschäften im Internet angewendet und sollen Geldwirtschaft unabhängig von Zentral- und Geschäftsbanken möglich machen.

(Bild: dpa, bitcoin.org)

Von

In einer Antwort auf einen Brief von zwei Kongressabgeordneten hat Jerome Powell, Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve, der baldigen Emission eines staatlichen Digital-Dollar eine Absage erteilt. In manchen Ländern weltweit könnten digitale Zentralbankwährungen durchaus Vorteile bringen, in den USA aber seien die Verhältnisse anders, erklärte Powell. Unter anderem wird dort immer noch häufig mit Bargeld bezahlt, und bei Zahlungssystemen gibt es laut dem Fed-Chef ein "hochgradig innovatives und wettbewerbsintensives" Angebot für Kunden. Das berichtet Technology Review online in "Kein digitaler Dollar von der Fed".

Manche Länder, so Powell, könnten durchaus über die Einführung digitaler Zentralbank-Währungen nachdenken, weil sie eine "rasche Abwendung der Verbraucher von Bargeld" erlebt haben. Zentralbankern macht das Sorgen, weil die staatliche Bereitstellung von Scheinen und Münzen ihnen eine direkte Präsenz auf dem Markt für Verbraucherzahlungen sichert. Diesen Bereich komplett sagt Powell.

Ein weiterer Grund dafür, dass manche Länder über digitale Zentralbank-Währungen nachdenken, liegt laut dem Fed-Chef darin, dass es ihnen "an schnellen und zuverlässigen digitalen Zahlungsservices mangelt". Auch dieses Problem sieht er in den USA nicht. Allerdings haben sie anders als viele andere Länder weltweit kein breit zugängliches System für Zahlungen von Bank zu Bank. Eine Gruppe großer Geschäftsbanken hat zwar eine Echtzeit-Zahlungsplattform aufgebaut, aber viele kleinere US-Banken haben noch keinen Zugriff darauf. Die Fed selbst hat deshalb beschlossen, eine neue öffentliche Plattform zu entwickeln. Das FedNow genannte Projekt dürfte aber nicht vor 2023 oder 2024 fertig sein.

Mehr dazu bei Technology Review online:

(sma)