Menü

Fedora verschiebt /bin/, /lib/ und Co. nach /usr/

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 52 Beiträge
Von

Entwickler des Fedora-Projekt arbeiten gerade an der Umsetzung des Plans, durch die alle bisher in den Verzeichnissen /bin/, /sbin/, /lib/ und /lib64/ gespeicherten Dateien der Linux-Distribution in die gleichnamigen Verzeichnisse unterhalb von /usr/ wandern; symbolische Links sorgen für Kompatibilität mit Skripten und Software, die diese Verteilung nicht erwarten. Diese Umstrukturierung wurde im vergangenen Herbst erstmals diskutiert und später für Fedora 17 beschlossen; zwischenzeitlich hatten die Entwickler die Idee verworfen, in dem Zug alle in /sbin/ und /usr/sbin/ gespeicherten Dateien nach /usr/bin/ zu verlagern und die Sbin-Verzeichnisse abzuschaffen.

Die Paket-Updates, welche die Umstrukturierung umsetzen, werden derzeit in einem eigenen Bereich des Build-Systems vorbereitet. Sie sollen in Kürze in Fedoras täglich aktualisierten Entwicklerzweig Rawhide umziehen, in dem derzeit das für Mai geplante Fedora 17 vorbereitet wird. Bei Nutzern von Rawhide wird ein spezielles Initramsfs die Verlagerung der Dateien auf den Systemen umsetzen. Dieser Weg soll auch Anwendern offen stehen, die per Yum von einer der jetzt aktuellen Fedora-Versionen auf Fedora 17 wechseln – dieser offiziell nicht unterstützten Weg verwenden erfahrenen Fedora-Anwender nicht selten zum Update. Bei einem regulären Update über das vollwertige Installations-Medium oder Preupgrade kümmert sich der Installer um die nötigen Anpassungen.

Die hinter der Umstrukturierung stehenden Entwickler vermeldeten den Fortschritt über Änderungen an der Wiki-Seite, die den Plan und die Hintergründe erläutert. Der nicht direkt am Vorhaben beteiligte Entwickler Lennart Poettering hat die Gründe für die Verlagerung kürzlich im Wiki des Systemd-Projekts zusammengefasst, dabei jedoch betont, dass Systemd auch mit Distributionen zusammenarbeiten wird, welche die bislang gängige Verteilung der Dateien nutzen.

Bislang hat keine der anderen großen Linux-Distributionen verkündet, dem Beispiel von Fedora folgen zu wollen; bei OpenSuse wurde es aber schon diskutiert. Einige Anwender kritisieren die Umstrukturierung sehr deutlich – etwa im Forum einer LWN.net-Meldung zum Posting von Poettering. Manche halten sie komplett für überflüssig; andere argumentieren, die bisher genutzte Aufteilung ermögliche ein kleines, auf der Root-Partition gespeichertes Grundsystem, das den unter /usr/ gespeicherten Rest von einem zweiten Datenträger oder über das Netz einbindet. Das ist korrekt – die Meinungen gehen aber weit auseinander, wie weit das in der Praxis noch relevant ist. Bei Solaris wird das etwa schon länger nicht mehr unterstützt.

Siehe dazu auch:

(thl)