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Fehlende Rückendeckung für Echtzeit-Unterstützung von Linux

Die Realtime-Erweiterungen für den Linux-Kernel finden offenbar Anklang; da allerdings nur wenige Firmen und Community-Mitglieder zur Weiterentwicklung beitragen, reduziert der leitende Entwickler des RT-Tree jetzt die Entwicklungsarbeit.

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Logo der RT-Entwickler.

(Bild: rt.wiki.kernel.org )

Die Erweiterungen des RT-Zweigs, die Linux für Echtzeit-Aufgaben fit machen, werden wohl nicht so bald in den offiziellen Linux-Kernel einziehen; möglicherweise werden sogar Funktionen fallen gelassen, wenn die Erweiterungen auf neue Kernel-Versionen portiert werden. Das kündigte Thomas Gleixner bei der Freigabe der Version 3.14.10-rt7 an. Der leitende Entwickler des RT-Zweigs beklagte dabei mit deutlichen Worten die mangelnde Unterstützung für die Entwickler der Realtime-Erweiterungen.

Gleixner verweist in seiner Mail auf einen detaillierten LWN.net-Artikel aus dem Herbst, der vom letzten Real Time Linux Workshop berichtet. Schon da hatte Gleixner beklagt, Firmen und Open-Source-Community würden kaum etwas zur Pflege und Weiterentwicklung der Realtime-Patches im RT-Zweig beitragen; wenn sich Red Hat aus der Weiterentwicklung der Realtime-Patches zurückziehe, könnte es passieren, dass die Erweiterungen aufgegeben würden. In dem Zusammenhang merkte Gleixner auch an, dass es durchaus großes Interesse am RT-Zweig gebe; viele bekannte Größen der Computer-Industrie und eine Menge deutscher Firmen nutzten die RT-Erweiterungen, wie Download-Logs zeigten.

Die Situation habe sich seitdem noch verschlechtert, erklärte Gleixner jetzt, der die deutsche Embedded-Firma linutronix führt. Er zeigte sich zudem äußerst ungehalten über das Verhalten einiger Firmen. Darunter eine, die sich als Experte und Quasi-Erfinder der Realtime-Erweiterungen darstellt, sich aber offenbar noch nie aktiv in die Entwicklung eingebracht hat.

Aufgrund der fehlenden Unterstützung reduziert Gleixner jetzt die Zeit, die er in Pflege und Weiterentwicklung des RT-Zweig steckt. Dadurch fährt er auch die Bestrebungen zurück, die im RT-Zweig angesiedelten Verbesserungen in den offiziellen Linux-Kernel zu integrieren. Das wäre auch für Anwender relevant, die Linux nicht für Echtzeit-Aufgaben nutzen, denn eine ganze Reihe wichtiger Infrastruktur-Verbesserungen am Linux-Kernel entstanden im RT-Tree; darunter einige, durch die Linux erheblich besser skaliert. (thl)