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Fernabschaltung für Kamera im Handy

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Die britische Firma Iceberg Systems arbeitet an einer Technik, die die Kamerafunktion der zunehmend beliebten Foto-Handys automatisch abschaltet, sobald die Telefone in einen sicherheitssensiblen Bereich gelangen. Analysten schätzen, dass in den nächsten fünf Jahren rund 1 Milliarde Kamera-Handys in Umlauf kommen, und so die Wahrscheinlichkeit für "unerwünschte Fotos" etwa bei der Industriespionage drastisch steigen wird. Samsung und LG Electronics haben bereits Kamera-Handys auf ihrem Werksgelände verboten.

Hauptbestandteile des Safe Haven genannten Systems sind dem Vernehmen nach ein Kontrollpunkt mit nicht näher bezeichnetem Sender, ein Hardware-Empfänger im Handy sowie eine Kontroll-Software, die im Handy auf das Kommando des Kontrollpunkts wartet. Sobald das Handy den Sendebereich des Transmitters verlässt, wird die Kamerafunktion wieder eingeschaltet. Jeder Kontrollpunkt einer Save-Haven-Zelle, die "wenige hundert Dollar" kosten soll, habe eine Reichweite von maximal 300 Metern.

Iceberg Systems verhandelt bereits mit Handy-Herstellern, um die Technik in Handys ab Werk einbauen zu lassen. Der Handy-Preis würde wegen der geringen Kosten vermutlich nicht steigen. Technisch gesehen, könnte es bereits Anfang 2004 erste Handys mit Save Haven geben, heisst es weiter, denn auch Handy-Hersteller hätten ein Interesse an "Kamera-Handys mit Zulassung".

Sollte sich die Technik in Handys etablieren, ließe sie sich auch für weitere "Anwendungen" erweitern. So könnte sie zum Beispiel besonders laut oder störend klingelnde Handys in Theatern blockieren oder in Schulen die SMS-Funktion abschalten. Weitere Details über die Funktechnik nannte Iceberg Systems nicht. Experten meinten in der Vergangenheit, dass sich Bluetooth ebenfalls für solche Zwecke eignet, zumal es ohnehin in immer mehr Handys eingebaut wird. (dz)

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