Menü
IFA

Fernseher mit Augen und Gedanken steuern

vorlesen Drucken Kommentare lesen 45 Beiträge

Der chinesische TV-Hersteller Haier zeigt in Halle 3.2, wohin sich die bislang eher unbefriedigende Steuerung von Smart-TVs entwickeln könnte. So lässt sich ein TV-Gerät am Stand mit nur mit Augenbewegungen steuern. Dazu steht vor dem TV eine Kinect-ähnliche Kamera, die die Augenbewegungen eines einzelnen Zuschauers erfasst und verfolgt. Indem man nach rechts und links schaut, kann man die Lautstärke regeln, auf und ab schauen aktiviert die Programmumschaltung. Außerdem kann man mit Augenbewegungen beispielsweise Fotos in Alben auswählen.

Das ganze funktionierte recht ordentlich, nachdem das System auf den jeweiligen Zuschauer kalibriert wurde und der Abstand zur Kamera nicht größer als 80 Zentimeter war – praxistauglich ist es damit natürlich noch nicht.

Eine spannende Alternative zur "Augen-Fernbedienung" ist die Gedankensteuerung mit dem Mindwave-Headset. Dazu muss der Zuschauer einen Kopfhörerbügel aufsetzen, der an drei Punkten anliegt beziehungsweise anklipst (am Ohr). Wenn man sich ausreichend entspannt, hebt sich in der TV-Demo eine Kugel und fliegt durch die Luft. Wer unentspannt ist, belässt die Kugel im Loch.

Haier auf der IFA (5 Bilder)

Die Kamera auf dem Wohnzimmertisch folgt den Augenbewegungen des (einen) Zuschauers, wodurch dieser einige TV-Funktionen durch reine Augenbewegungen steuern kann.

Der EEG-Sensor kommuniziert mit dem Fernsehgerät per WLAN, das Vorgängermodell Mindset nutzte eine Bluetooth-Verbindung. Das Zuschauer keinen Kopfbügel aufsetzen möchten, um das Programm umzuschalten, ist Haier dabei wohl bewusst. Man wolle in Kooperation mit Mindwave-Entwickler Neurosky neue Konzepte entwickeln, um die EEG-Messung unauffälliger und komfortabler zu gestalten, beispielsweise über Ohrringe.

Ebenfalls am Stand in Halle 3.2 zeigt der TV-Spezialist die Möglichkeit, mit kleinen WLAN-Dongles von CyWee eine drahtlose Bildübertragung vom iPad auf den großen Fernsehschirm zu realisieren. Bild und Ton des iPad werden dabei von den AirStream-HD-Kästchen am HDMI weitgehend latenzfrei auf das TV-Display gespiegelt, das Pad dient dann als Konsole etwa in Rennsimulationen. Laut Haier liegt die Verzögerung bei nur 1,5 Millisekunden, gefühlt war sie etwas größer, hat beim Rennen fahren aber nicht weiter gestört. (uk)