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Fertigung in China: verstärkter Robotereinsatz

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Experten glauben, dass das Heer an chinesischen Fabrikarbeitern, die bei Elektronikherstellern wie Foxconn arbeiten, langfristig mehr und mehr durch Fertigungsroboter ersetzt werden könnte. Das berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. "Die Automatisierung ist der Anfang vom Ende der Fabrikmädchen, und das ist gut so“, sagt David Wolf, IT-Analyst in Peking, der viele chinesische Werke von innen gesehen hat. Auch in China werde sich die Arbeitswelt grundlegend wandeln, ebenso wie in den USA, wo die Scharen der Näherinnen oder Sekretärinnen von einst längst verschwunden seien.

Terry Guo, CEO von Foxconn, hatte im vergangenen Jahr ankündigt, eine Million Industrieroboter für seine Werke anzuschaffen. Bis 2014 sollten die Automaten in die Werkshallen einziehen, hieß es. Foxconn hat seit der Ankündigung zwar keine weiteren Details verlauten lassen, und Beobachter spekulierten deshalb, dass die Pläne gar nicht so ernst zu nehmen seien. Doch die öffentliche Zurückhaltung könnte am Ende schlicht ein strategischer Schachzug sein – weil sich auch die chinesische Konjunktur abgekühlt hat, wäre es politisch nicht sehr geschickt, den Job-Abbau zugunsten von Industrierobotern an die große Glocke zu hängen. "Guo tut gut daran, nicht zu viel Wind um die Sache zu machen“, sagt Wolf.

Die durchstrukturierten und ständig wiederholten Arbeitsschritte, die in der Foxconn-Fertigung ablaufen, seien insgesamt prädestiniert für eine Automatisierung, sagt Jamie Wang, Analyst in Taiwan beim Marktforscher Gartner. Industrieroboter, üblicherweise mit einem freibeweglichen Arm ausgestattet, wissen über Laser- und Drucksensoren, wann ein Arbeitsschritt beginnen muss und wann er fertig ist. Ein Roboter kann 160 Stunden in der Woche laufen. Das schafft kein Mensch. Je nach Arbeitsgang könnte ein menschenähnlich aufgebauter Automat bis zu vier Arbeiter einsparen helfen, schätzen Experten.

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(bsc)