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Festnahmen bei Dialer-Razzia

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Die zahllosen Opfer, die eine Rechnung über 40 bis 70 Euro von den Firmen Hanseatische Abrechnungssysteme (HAS), Hamburger Forderungsmanagement (HFM), Digital Web Limited (DWL), Nesa-Inkasso, Euroline Deutschland oder NewBiz Media für angebliche Abonnements von Internet-Diensten erhalten haben, dürften nun endlich Ruhe haben: Die Polizei hat die Geschäftsräume des Hamburger Firmenkonglomerats durchsucht und dabei die Hauptverdächtigen Matthias M. und René W. festgenommen, berichtet die Hamburger Morgenpost. Für den Abtransport der Akten benötigten die Ermittler einen LKW.

Das Geschäftsmodell der windigen Firmen bestand darin, sich vermutlich durch den Einsatz illegaler Dialer in den Besitz von Telefonnummern zu bringen und deren Inhabern eine fingierte Rechnung zuzusenden. Blieb die Reverssuche in Telefonverzeichnissen erfolglos, so riefen professionelle Drücker das Opfer an und versuchten mit den üblichen Tricks, die Adresse zur Rechnungslegung herauszufinden, etwa mit dem beliebten "Hier liegt ein Paket für Sie, aber die Adresse ist falsch". Blieb gutes Zureden erfolglos, drohten die Telefon-Drücker auch mit hohen Ermittlungskosten oder beschimpften die Opfer am Telefon gar als Betrüger oder Zechpreller.

Der Morgenpost zufolge liegen inzwischen 170.000 Betrugsfälle vor, der Gesamtschaden beläuft sich auf mindestens 2,5 Millionen Euro. Dem Bericht zufolge waren insgesamt 1.500 Anzeigen bei der Hamburger Staatsanwaltschaft eingegangen. Die Regulierungsbehörde hatte zwar zügig reagiert und der HAS die Rechnungslegung und das Eintreiben der Forderung untersagt, die Akteure setzten das muntere Treiben dann aber einfach unter anderen Firmennamen fort. (uma)